Das alles liegt bei der
Schweizer Armee im Argen

Aktualisiert am 28.04.2009
Überraschende Informationsoffensive: Bundesrat Ueli Maurer veröffentlicht im Internet eine Mängelliste, welche die Schwächen der Armee aufzeigt.

Die Mängel liegen hauptsächlich in der Logistik und der Führungsunterstützung.

Mit der Veröffentlichung des Berichts «Herausforderungen der Armee» im Web wolle das VBS offen über den Zustand der Armee informieren, erklärte Bundesrat Ueli Maurer am Dienstag in Bern vor Medienvertretern.

Bis Ende Juni aktualisiert

Der Bericht ist an die Sicherheitspolitischen Kommissionen der Eidgenössischen Räte gerichtet. Er wird bis Ende Juni aktualisiert.

Die Armee funktioniere im Alltag und in der Ausbildung gut, und sie habe motivierte Kader und gute Soldaten. Die Armeereform (Stichwort Armee XXI) habe aber in vielen Bereichen Reformstaus hinterlassen. Die Hauptmängel gebe es bei der Führung, der Führungsunterstützung und in der Logistik.

Strukturen und Abläufe vereinfachen

Im Bereich Logistik müssten die Bedürfnisse der Miliz – also der WK-Truppen – bei der Materialbeschaffung besser beachtet werden, ergänzte Armeechef André Blattmann.

Bei der Führungsunterstützung gelte es, neue Informatik-Systeme einzuführen. Erst danach könnte an die Beschaffung weiterer elektronischer Systeme gedacht werden.

Die Armeeführung hat ihre Organisation einem «Strategy Check» unterzogen. Dadurch werden Stäbe zusammengelegt, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden und die Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Die Einsätze der Armee werden nun aus einer Hand vom Führungsstab geführt. Die Sanität wird als Ganzes wieder der Logistikbasis der Armee unterstellt.

Aus «Gärtli-Denken» ausbrechen

Mit der Reorganisationen werden rund 100 Stellen eingespart. Der Stellenabbau könne aber durch die natürlichen Fluktuationen gemeistert werden, Entlassungen seien keine vorgesehen, unterstrichen Maurer und Blattmann.

Angesichts des Sparzwanges gelte es, Prioritäten zu setzen. Die Verzichtsplanung sei aber kompliziert. Maurer erinnerte daran, dass etwa beim Abbau von Waffenplätzen Verpflichtungen gegenüber Kantonen, Gemeinden und Privaten respektiert werden müssten.

Mit einer verjüngen Crew in der Armeeführung könnte man aber aus altem «Gärtli-Denken» (jeder für seine Waffengattung, jeder für seine Region) ausbrechen, zeigt sich Maurer sicher. Man befinde sich auf gutem Weg zur «besten Armee der Welt».

(sam/sda)

Erstellt: 28.04.2009, 15:33 Uhr

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