«Bereit und motiviert»: Christoph Blochers Lebenslauf. www.blocher.ch
«Diesen Schritt habe ich gemacht, weil ich der festen Überzeugung bin, dass sich die akademische Forschungsarbeit im Bereich Ethik an praktischer Lebensgestaltung zu orientieren hat», schreibt Christoph Blocher auf seiner Homepage. Der akademischen Jugend sei eine «gute, solide und tapfere», eben eine «wirklichkeitsgemässe» ethische Grundlage zu bieten.
Bei den Studenten insbesondere der Wirtschaftswissenschaften zeichneten sich Orientierungslosigkeit und Leere ab, die es zu überwinden gälte, schreibt Blocher in einer Medienmitteilung. Bisher sei die Ethik-Ausbildung der zukünftigen Wirtschaftsführer an der Uni St. Gallen zu dogmatisch und realitätsfremd.
Verzicht auf Gehalt
Blocher würde als Professor auf sein Gehalt verzichten, wie er in seiner Bewerbung klarmacht. Mit dem eingesparten Geld solle die Universität einen Lehrstuhl für Ökonomie mit der besonderen Fragestellung «Wege aus der Krise» finanzieren.
Der Lehrstuhl für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen ist neu zu besetzen, weil der bisherige Professor Peter Ulrich abtritt. Für Aufregung hatte der Dozent des Instituts, Ulrich Thielemann, gesorgt. Er sagte im April vor dem deutschen Bundestag, den Schweizer Eliten fehle im Zusammenhang mit Steuerdelikten das Unrechtsbewusstsein. Auch Thielemann wird teilweise als Nachfolger von Ulrich gehandelt.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )