«Die Initiative wird angenommen»

Interview: Hubert Mooser, Aenea Wasmer (Video) . Aktualisiert am 11.03.2010
Die Abzockerei sei ein Skandal: So lautete der Tenor im Nationalrat bei der Debatte zur Minder-Initiative. Im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnetz erklären die Präsidenten von SP und CVP, was der Sieg über die SVP bedeutet.

Der Kampf um die Themenführerschaft in der Abzocker-Debatte ist lanciert. Alle Parteien nutzten heute während der Debatte im Nationalrat die Gelegenheit, sich den Kampf gegen Lohnexzesse auf die Fahne zu schreiben. Für SP-Präsident Christian Levrat (SP/FR) ist klar, dass die Initiative jetzt so schnell wie möglich vor das Volk muss. «Die SVP hat alles versucht, damit die Vorlage nicht vor das Volk kommt», sagt Levrat gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Doch nun sei er froh, dass die Bürger über die Initiative von Thomas Minder entscheiden dürfen. «Ich bin überzeugt, dass die Initiative angenommen wird, weil die Leute diese Abzockerei satt haben.»

Die Bürgerlichen verurteilen Lohn-Exzesse nicht minder deutlich, warnen aber vor Überreaktionen. CVP und FDP plädieren für einen gemässigten direkten Gegenvorschlag zur Initiative. «Wir wollen einfach die Boni-Problematik lösen», sagt CVP-Präsident Christophe Darbellay im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Wir fordern jetzt einen direkten Gegenvorschlag, der besser ist, als die Minder-Initiative.»

Daniel Vischer (Grüne/ZH) kommentiert die Niederlage der SVP im Nationalrat so: «Herr Blocher wollte mit allen Mitteln verhindern, dass die Abzocker-Initiative zu einem Wahlkampfthema wird. Er will Ausländerfragen in den Vordergrund rücken.» Doch die SVP-Schlappe könne nun bedeuten, dass die Initiative noch vor den Wahlen vor das Volk komme.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 11.03.2010, 14:41 Uhr

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