Die seltsamen Frauengeschichten des René K.

Aktualisiert am 11.08.2009
Für den Luzerner SVP-Präsidenten hat es zu viele «linke, ausgelumpte Frauen» in der Schweiz. Hat er deshalb vor zehn Jahren einen Frauenhandel aufgezogen, wie der «Blick» damals schrieb?

Mit Dutzenden von Ausländerinnen trieb René Kuhn während Jahren einen blühenden Handel, schrieb das Boulevardblatt vor fast genau zehn Jahren am 14. Juli 1999. Das damalige Vorstandsmitglied der Freiheitspartei habe mit seiner Vermittlungsfirma Perfect Live vor allem Frauen aus der Dominikanischen Republik in die Schweiz vermittelt. Und sie in freizügigen Posen im Sexmagazin «Okay» angeboten.

Der «Blick» mutmasste 1999, dass viele der Frauen als Prostituierte in Bordellen gelandet seien. Und fragte Kuhn, ob er durch seine Vermittlertätigkeit möglicherweise der illegalen Prostitution Vorschub geleistet habe? Dieser antwortete: «Vielleicht. Ich weiss es nicht.» Etwas seltsam mutet an, dass er damals gleichzeitig mit einem Brief an den Luzerner Stadtrat gegen illegale Prostitution kämpfte. Es ging um ein Café, das zum «Treffpunkt für Dirnen» verkomme.

«Wenns sauber abläuft, ist es in Ordnung»

Das Geschäft mit der Frauenvermittlung hat Kuhn laut «Blick» später aufgegeben, da er «nicht davon leben» konnte. Rentiert habe der Handel aber: «Ab 10 Frauen hatte ich die Unkosten gedeckt.» Er habe gegen 100 Ausländerinnen in die Schweiz gebracht. Kuhn damals zu seiner Tätigkeit: «Wenns sauber abläuft, ist es in Ordnung.» Und warum mussten die Frauen ausgerechnet in einem Sexmagazin angeboten werden? Kuhn: «Ich musste es ja in einem Produkt machen, das von Männern gelesen wird.»

René Kuhn, mittlerweile bei der SVP, sorgt zehn Jahre später, erneut mit dem Thema Frauen für Schlagzeilen. Auf seiner Homepage veröffentlichte er ein Pamphlet, in dem er über die «zahlreichen linken und ungepflegten Frauen» herzieht. Er kritisiert, dass die Frauen weder Schmuck tragen noch Schminke gebrauchten, «obwohl sie es dringend nötig hätten». Er schreibt von «Weibern» ohne «Weiblichkeit», von einem «Gruselkabinet», und bezeichnet «Emanzen» als «Vogelscheuchen».

(sam)

Erstellt: 11.08.2009, 11:30 Uhr

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