Ehefrau von Ex-Armeechef Nef klagt an: «Mein Mann wurde öffentlich hingerichtet»

Aktualisiert am 10.01.2009
Roland Nefs Gattin spricht erstmals öffentlich. Und sie erhebt schwere Vorwürfe gegen Medien und Politiker.

«Offenbar ist es das Ziel, dass mein Mann als Sauhund der Nation in die Geschichte eingeht», sagt die Ehefrau des früheren Armeechefs Roland Nef in der Zeitung «Sonntag». Die Frau lebt mit ihrer sechsjährigen Tochter nach wie vor mit dem Ex-Armeechef zusammen und hält zu ihm. In einem telefonischen Gespräch mit dem «Sonntag» sagt sie, ihrem Mann und der ganzen Familie sei Unrecht geschehen, das nicht wieder gutzumachen sei. «Es hat eine öffentliche Hinrichtung stattgefunden», sagt Frau Nef.

Erschüttert ist Nefs Ehefrau darüber, dass auch nach dem Rücktritt einzelne Medien angebliche Enthüllungen gebracht hätten, welche die Privatsphäre verletzen würden. Roland Nef werde «auch jetzt noch fertiggemacht». Die Öffentlichkeit sei «aufgehetzt von Medien und Politikern, die auf meinem Mann herumtrampeln», sagt sie weiter. Zuletzt sei ihr Mann sogar noch als gestörter Homosexueller hingestellt worden – sie spricht auf einen Artikel im «SonntagsBlick» an.

«Lasst die Familie endlich in Ruhe»

Roland Nef selber will sich nicht öffentlich äussern. Er habe nicht die Kraft, sich zu wehren, das bringe auch nichts, sagt die Ehefrau: «Es ist wie bei einem Boot, das gesunken ist und auf dem Boden liegt, das kommt nie mehr hoch.» Das Ehepaar ist derart resigniert, dass es bei jüngst erfolgten massiven Drohungen nicht einmal die Polizei verständigte. Seine Bitte an Medien und Politiker: «Lasst die Familie jetzt endlich in Ruhe.»

Der 49-jährige Nef trat am 25. Juli 2008 zurück, nachdem die «SonntagsZeitung» publik gemacht hatte, dass zum Zeitpunkt seiner Ernennung zum Armeechef im Juni 2007 ein Strafverfahren wegen Nötigung gegen ihn hängig war – und dass er im Namen seiner damaligen Freundin auf Sexinserate geantwortet habe.

(vin)

Erstellt: 10.01.2009, 23:28 Uhr

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