Estermann scheitert mit Gesangswunsch

Aktualisiert am 25.09.2009
Der Nationalrat will nicht zu Beginn jeder Session die Landeshymne singen – unter anderem auch wegen musikalischer Bedenken.
topelement Wollte den Ton angeben: Nationalrätin Estermann von der SVP.
Der Nationalrat hat am Freitag zum Abschluss der Herbstsession eine entsprechende Forderung von Yvette Estermann (SVP/LU) abgewiesen. Estermann appellierte an die Vorbildfunktion des Parlaments und wies darauf hin, dass in anderen Ländern die Hymne mehr Würdigung erfahre. Auch im Bundeshaus solle deshalb der Schweizerpsalm vier Mal jährlich angestimmt werden.

Estermanns Partei machte sich für das eher ungewöhnliche Anliegen stark. So zeigte sich Fraktionschef Caspar Baader überzeugt, dass das gemeinsame Singen der Nationalhymne die Einheit im Rat stärken könne. Er forderte seine Ratskolleginnen und -kollegen auf, den Vorstoss anzunehmen – «auch wenn Sie nicht so singfreudig sind». Denkbar sei nämlich auch, dass die Hymne einfach abgespielt werde.

Gabi Huber (FDP/UR) äusserte im Namen des Ratsbüros allerdings die Befürchtung, das Singen der Nationalhymne könnte zu einem «Showpatriotismus» führen. Zudem gab sie zu bedenken, dass vermutlich Gesangsunterricht nötig wäre, um der Würde des Rats gerecht zu werden. Schliesslich stellte sich der Rat mit 93 zu 83 Stimmen gegen das Anliegen.

(raa/ap)

Erstellt: 25.09.2009, 09:54 Uhr

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