«Die UBS-Spende hatte sicher Einfluss auf die Abstimmung»: Cédric Wermuth, Juso-Präsident.
Der Ständerat hatte die Vorlage letzte Woche auf Antrag von Christoffel Brändli (SVP, GR) zurückgewiesen. Den Ausschlag gaben CVP-Ständeräte, die umschwenkten. Ein Ja zum Lohndeckel, solange der Bund die UBS stützt, war zuvor wahrscheinlich. Vorberatende Kommission und Nationalrat waren dafür.
Angeblich 150'000 Franken
Am Wochenende hatte die CVP als einzige Partei zugegeben, 2009 Geld von der UBS zu erhalten. Die Rede ist von 150'000 Franken. Den Betrag bestätigen weder UBS noch CVP – jedenfalls sei noch kein Geld geflossen, sagte CVP-Präsident Christophe Darbellay zu NEWS. Und 2010 gebe es nichts mehr. Zu spät: Auch CVP-intern ist die Spende umstritten.
Juso-Präsident Cédric Wermuth glaubt nicht an die Unabhängigkeit der CVP-Ständeräte. «Die UBS-Spende hatte sicher Einfluss auf die Abstimmung.» Mit der Anzeige soll ein Richter den Fall klären. Die CVP sagt, das sei in ihrem Sinne. Man habe sich nichts vorzuwerfen. Die UBS wollte keine Stellung nehmen.
Die Strafanzeige sollen alle unterschreiben können, die wollen. Entweder werde man die Unterschriften auf einer einzigen Anzeige-Schrift sammeln oder auf der Internet-Seite eine Muster-Anzeige zur Verfügung stellen, kündigt Wermuth an.
(NEWS)
Die UBS ist abgeblitzt. Wie NEWS aus zuverlässiger Quelle weiss, soll die Grossbank für den im April 2008 verstorbenen Adalbert Durrer einen Nachfolger als politischen Cheflobbyisten gesucht haben. Dieser sollte jedoch nicht wie der einstige CVP-Parteipräsident und Nationalrat (OW) aus den Reihen der Bürgerlichen kommen, sondern ausgerechnet von der SP. Der angefragte prominente SP-Mann, der als einer der besten Kommunikatoren der Sozialdemokraten gilt, winkte ab. Die UBS erklärt nun, es gebe keinen eigentlichen Nachfolger Durrers als UBS-Lobbyist im Bundeshaus. Das Amt des «Head Public Policy» sei heute anders organisiert. Derzeit wolle man keinen ehemaligen Politiker in diesem Amt.