«Nun machen die Gutmenschen in der Schweiz auf Empörung»

Aktualisiert am 19.03.2009
Auch nach Kritik aus den eigenen Reihen bereut der St. Galler CVP-Nationalrat Thomas Müller seine Aussage vom Mittwoch über den deutschen Finanzminister Steinbrück nicht.
Viel Zustimmung erhalten: Nationalrat Thomas Müller. Bild: KEYSTONE/AP

Dieser gehe mit der Schweiz völlig unhaltbar um, sagte Müller am Donnerstag.

«Peer Steinbrück, das darf man in aller Offenheit sagen, definiert das Bild des hässlichen Deutschen neu», hatte Müller am Vortag in der Debatte zum Bankgeheimnis erklärt. «Er erinnert mich an jene Generation von Deutschen, die vor sechzig Jahren mit Ledermantel, Stiefel und Armbinde durch die Gassen gegangen sind.»

Für diese Worte habe er viel Zustimmung erhalten, sogar aus Deutschland, sagte Müller am Donnerstag gegenüber Radio DRS 4. Es habe einfach eine Aussage gebraucht, die auf den Punkt bringe, dass Steinbrück mit der Schweiz völlig unhaltbar umgehe.

Gutmenschen auf Softie-Tour

«Nun machen die Gutmenschen in der Schweiz auf Empörung», sagte Müller. «Aber diese Gutmenschen haben jahrelang eine Softie-Tour gespielt, die nun definitiv gescheitert ist.»

Er habe viele Freunde in Deutschland, mit Deutschland und den Deutschen habe er keine Probleme, sagte Müller. «Ich habe nur ein Problem mit den Herren Müntefering und Steinbrück.» SPD-Chef Franz Müntefering hat sich im Kampf gegen Steuerhinterziehung hinter Steinbrück gestellt.

Darbellay selber mit gewagten Worten

CVP-Präsident Christophe Darbellay sagte am Donnerstag in der Sendung «Heute morgen» von Radio DRS 1, er sei mit der Äusserung von Thomas Müller vom Vortag nicht einverstanden. Er wolle mit ihm noch darüber sprechen.

Darbellay selber hatte allerdings in der Bankgeheimnis-Debatte im Nationalrat scharfe Worte gebraucht: Man müsse einem «deutschen sozialdemokratischen Minister nur den Spiegel vorhalten, dem nur die Stiefel und die Uniform fehlen».

(sam/sda)

Erstellt: 19.03.2009, 12:23 Uhr

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