Beobachtet die Schweizer Medien: Moammar al-Qadhafi, hier bei einem Treffen der Afrikanischen Union im Januar.
Qadhafi hat dafür die international tätige PR-Firma Brown, Lloyd, James engagiert. Sie hat eine Niederlassung in Tripolis, wie die Zeitung schreibt. In der Schweiz hat die Firma kein eigenes Büro, wohl aber in Frankfurt, Paris und Mailand.
Angesichts des straffen Medienmonitorings fordert Ziegler die Scharfmacher auf, sich zurückzuhalten. Vor allem die Aktivitäten von SVP und Genfer Polizei seien gefährlich und führten zu einer weiteren Verhärtung der Fronten, warnt der Autor des Buchs «Der Hass auf den Westen». Die SVP hat schon mehrmals den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Libyen gefordert. Die Genfer Polizei steht unter Verdacht, Fotografien und ein Video zur Verhaftung von Hannibal al-Qadhafi öffentlich gemacht zu haben.
Auch der zweite Sohn wurde «schlecht behandelt»
Derweil schreibt die Zeitung «Sonntag», dass auch der zweite Qadhafi-Sohn Seif ein Problem mit der Schweiz gehabt habe. «Die Schweiz hat mich besonders schlecht behandelt», wird er in der Zeitung zitiert. Der heute 37-Jährige wollte demnach in den 1990-er Jahren in Genf studieren, wurde aber abgewiesen und erhielt gar ein Einreiseverbot. «Sie sagten, du darfst nicht hier bleiben, du bist der Sohn des Führers», sagte Qadhafi junior gemäss der Zeitung gegenüber Christian Dorer und Patrik Müller. Die Chefredakteure der «Mittelland Zeitung» und des «Sonntag» hatten Seif al-Qadhafi nach eigenen Angaben während des Weltwirtschaftsforums 2005 in Davos interviewt. Der Libyer sei «sichtlich bewegt» gewesen. Er glaube jedoch, die Schweiz habe ihre Lektion gelernt. «Ich hoffe, sie macht das nie wieder. Weder mit mir noch mit der nächsten Generation.»
(oku)