SBB erwägen abgestuftes Bussensystem

Aktualisiert am 26.04.2009
Die SBB verteidigen ihre einheitlichen Zuschläge für Schwarzfahrer bis vor Bundesverwaltungsgericht. Im Hintergrund aber führen die Transportunternehmen Gespräche über ein abgestuftes Tarifsystem.

Die Debatte ausgelöst hatte ein Bahnpassagier, der im Januar in einem Regionalzug mit Selbstkontrolle mit einem 2.-Klasse-Billett in der 1. Klasse erwischt worden war. Er weigerte sich, den Zuschlag von 80 Franken zu bezahlen, die die SBB auch von Schwarzfahrern ohne Billett einfordern.

Das Bundesamt für Verkehr gab ihm recht und verlangte von der SBB, den Zuschlag in einem solchen Fall individuell festzulegen. Das wollte nun aber das Bahnunternehmen nicht akzeptieren und zog den Fall vergangene Woche ans Bundesverwaltungsgericht weiter.

Hinter den Kulissen machen sich die Transportunternehmen jedoch sehr wohl Gedanken über ein abgestuftes Tarifsystem. Es handle sich aber erst um eine Idee, die Diskussion sei noch in einem sehr frühen Stadium, sagte SBB-Sprecher Danni Härry zu einem Bericht der Zeitung «Sonntag». «Vorläufig beträgt der Zuschlag 80 Franken.»

Noch ist nichts konkret

Auch Roger Baumann, Sprecher des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV), betonte auf Anfrage, dass erst erste Gespräche geführt worden seien. Ein konkreter Antrag eines Mitglieds liege nicht vor. Darum sei auch unklar, wann ein neues Zuschlags-System allenfalls in Kraft treten könne.

Über die Zuschläge entscheidet die Tarif-Kommission des VöV. Mit einer Änderung müssten aber alle Mitglieder einverstanden sein, sagte Baumann. Ein nach Fall abgestuftes Zuschlags-System würden dann aber auch für alle VöV-Mitglieder gelten. Das sind neben SBB und BLS fast alle Privatbahnen, Postauto-, Schiffs-, Tram- und Busbetriebe.

(mbr/sda)

Erstellt: 26.04.2009, 12:20 Uhr

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