Die Erkenntnis der neuen Studie ist, dass rund 30 Prozent der Schweizer Brustkrebs-Patientinnen nicht die nötige Behandlung erfahren würden. Dies berichtete heute das Nachrichtenmagazin «10 vor 10». Und zitiert den Arzt und Mitautor Beat Thürlimann vom St. Galler Brustzentrum: «Das ist für ein solch hoch entwickeltes Land wie die Schweiz ein Skandal.»
Die Studie zeigt laut Türlimann auf, dass die Frauen gerade in ländlicheren Gegenden mit vielen kleinen Spitälern falsch behandelt werden. Oft fehlten den Medizinern dort die nötige Erfahrung. Und diese sei bei der Behandlung von Brustkrebs zentral, so Thürlimann. Rund die Hälfte der Schweizer Spitäler erfüllen seiner Meinung nach die nötigen Qualitätskriterien nicht.
Die Präsidentin der Schweizerischen Patientenorganisation (SPO), Margrit Kessler, sagte in dem TV-Beitrag, sie sei vom Resultat dieser Studie «schockiert». «Es macht mir sehr zu denken, dass in der Schweiz so etwas möglich ist.» Der nationale Spitalverband H+ liess verlauten, man sei machtlos. Den zentralen Einfluss auf die Spitäler hätten die Kantone.
(sam)