Schweizer Armee gegen Piraten: «Schnapsidee»

Aktualisiert am 22.12.2008
Der Zürcher Strategiefachmann Albert Stahel kann den Plänen des Bundesrats zum Einsatz von Soldaten vor der somalischen Küste gar nichts abgewinnen.

Ein Schutz der Schweizer Hochseeflotte vor Piratenangriffen durch das Schweizer Militär sei eine «Schnapsidee», sagte er in einem Interview der Sendung «HeuteMorgen» von Schweizer Radio DRS. Die Strategie des Bundesrats sei nicht durchdacht, fügte so Experte in einem Interview des Gratisblatts «.ch».

Würden Schweizer Soldaten die Handelsschiffe schützen, könnten die Piraten ein Exempel statuieren und ein Schweizer Schiff entern, es versenken und die Besatzung gefangen nehmen. Die Piraten würden zudem keine Sekunde zögern und die Soldaten töten, sagte Stahel.

Er forderte den Bundesrat auf, die Schweizer Hochseeflotte unter den Schutz einer Seemacht zu stellen, wie die USA oder Russland. Die EU sei hingegen keine Option, weil sie organisatorisch noch keine Seemacht sei. Den Reedern empfahl Stahel, auch eine Umflaggung in Betracht zu ziehen.

Bundesrat bereit zu Handeln

Bundespräsident Pascal Couchepin hatte in der Sonntagspresse angekündigt, dass der Bundesrat grundsätzlich bereit sei, Schweizer Soldaten auf Schweizer Schiffen vor Somalia zum Schutz vor Piraten einzusetzen. Die politischen Parteien kommentierten die Ankündigung am Wochenende verhalten bis vehement ablehnend.

(cpm/ap)

Erstellt: 22.12.2008, 06:17 Uhr

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