Im Lötschberg-Basistunnel ist heute Vormittag der Cisalpino Mailand-Basel mit 200 Passagieren stecken geblieben. Die Fahrgäste mussten für die Weiterfahrt einen anderen Zug nehmen. In einem Bericht des Nachrichtenmagazins «10vor10» des Schweizer Fernsehens erklärten mehrere Cisalpino-Passagiere, Angst gehabt zu haben. Zu Panik sei es allerdings nicht gekommen. Der Cisalpino-Zug hatte im Lötschberg-Basistunnel anhalten müssen, weil die Funkverbindung zum Stellwerk nicht mehr funktionierte. Der Grund dafür ist unklar.
Der Schweizerische Eisenbahnerverband (SEV) fordert nun die SBB auf, die pannenanfälligen Cisalpino-Züge aus dem Verkehr zu nehmen. Im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin «10vor10» des Schweizer Fernsehens sagte der interimistische SEV-Präsident Giorgio Tuti: «Bis die Cisalpinos den schweizerischen Qualitätsstandards entsprechen, soll man Schweizer Rollmaterial einsetzen.» Es gehe um die Sicherheit von Passagieren und Personal.
Immer wieder Probleme
Seit der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels vor einem Jahr sind bereits zwei Cisalpino-Neigezüge im 35 Kilometer langen Tunnel stecken geblieben. Zudem: In den vergangenen zwölf Monaten ist laut der privaten Statistik-Homepage Cessoalpino.com der Cisalpino insgesamt 83 Mal auf Grund von Pannen nicht einmal angekommen.
Die SBB wollte weder zur neuesten Panne noch zur Forderung, die Cisalpino-Züge aus dem Verkehr zu nehmen, Stellung nehmen. Für den Eisenbahnerverband ist indes klar: Verbessert sich die Situation beim Cisalpino nicht, wird er von Verkehrsminister Moritz Leuenberger fordern, dass die SBB die Mehrheit ihrer 50 Prozent-Tochter Cisalpino von der italienischen Bahn übernimmt – und den Zug wieder auf Kurs bringt.
(vin)