Verwirrung um den Anwalt von Roman Polanski

Aktualisiert am 21.11.2009
Amerikanische Anwälte bestreiten öffentlich, dass der Franzose Hervé Temime überhaupt berechtigt ist, im Namen des Fimregisseurs zu sprechen.
Häufig im Blitzlicht – zu Unrecht? Hervé Temime tritt als Vertreter Polanskis auf. Bild: KEYSTONE/AP

In einem Interview, das die französische Zeitung «Figaro» am vergangenen Freitag publizierte, hatte der Anwalt Hervé Temime gesagt, dass Polanski nicht freiwillig in die Vereinigten Staaten zurückkehren werde. Eine Auslieferung werde der Regisseur nicht aktzeptieren.

Dem widersprechen nun gleich amerikanische Anwälte, wie der Sender abc News auf seiner Webseite berichtete. Die in Los Angeles ansässigen Juristen Douglas Dalton, Bart Dalton und Chad Hummel erklärten in einer Stellungnahme, dass die Erklärungen von Temime nicht von Roman Polanski autorisiert worden seien.

Fragezeichen hinter den Aussagen von Temime

«Die französischen Anwälte repräsentieren ihn in diesem Fall nicht, und sie sprechen nicht in seinem Namen darüber», heisst es in der Stellungnahme. Weiter gehende Auskünfte wollte eine Sprecherin der drei US-Anwälte auf Anfrage nicht erteilen.

Temime wird seit längerem als Polanskis Anwalt betrachtet. Im Interview mit dem «Figaro» hatte er gesagt: «Wir sind der Meinung, dass Roman Polanski seine Strafe bereits verbüsst hat, als er sich 1978 psychologischen Tests unterziehen liess, die während 42 Tagen in einem geschlossenen Umfeld vonstatten gingen.» Ausserdem bestehe man auf dem Prinzip der Verjährung, selbst wenn dies im Auslieferungsabkommen zwischen den USA und der Schweiz keine Rolle spiele.

(raa)

Erstellt: 21.11.2009, 16:55 Uhr

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