Für ein zweijähriges Mädchen aus dem hinteren Leimental kam dieser Appell tragischerweise zu spät. Es starb am Samstag im Universitätskinderspital beider Basel (UKBB) auf dem Bruderholz an den Folgen eines Keuchhustens. Die Infektionskrankheit führt zu Atemnot, die vor allem ungeimpften Kleinkindern stark zu schaffen macht. Eine mögliche Komplikation ist eine Lungenentzündung. «Dabei kann das Organ so stark angegriffen werden, dass auch Antibiotika nichts mehr ausrichten», sagt Schorr.
Eine vergleichbar schwere Keuchhusten-Erkrankung hat es am UKBB seit vielen Jahren nicht mehr gegeben. In der Schweiz starben zwischen 1995 und 2005 drei Menschen an der hoch ansteckenden Infektionskrankheit; aktuellere Angaben sind beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) nicht zu erhalten.
Bekannt ist dagegen, dass der Keuchhusten-Fall nicht die erste Kinderkrankheit ist, die in diesem Jahr tödlich endete: In Genf starb ein zwölfjähriges Mädchen vor wenigen Wochen an Masern. Seither gab es in der ganzen Schweiz immer wieder Aufrufe zum Impfen.
Gestern hat sich der Vorstand der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) in die Diskussion eingeschaltet. «Wir erwarten griffige Massnahmen vom Bund. Auch ein Impfobligatorium muss im Kampf gegen die Masern ins Auge gefasst werden», sagt Carlo Conti, der Basler Gesundheitsdirektor und GDK-Vizepräsident.
Mehr Informationen. Das BAG sei bereit, die Forderung in Zusammenarbeit mit den Kantonen zu prüfen, wie ein Sprecher sagt: «Sinnvoll wäre ein Obligatorium aber nur in Kombination mit anderen Massnahmen wie einer verstärkten Information und Nachimpfungen in Schulen.» Kantonsarzt Dominik Schorr drängt darauf, dass diese Massnahmen auch im Kampf gegen andere Kinderkrankheiten wie Keuchhusten eingesetzt werden. Die GDK will ihn dabei unterstützen, wie Conti versichert.
(Basler Zeitung)