Bonuszahlungen: «Kommunikation der UBS ist ein Chaos»

Interview: Hubert Mooser . Aktualisiert am 29.01.2009
Die geplanten neuen Bonus-Zahlungen in Milliardenhöhe irritieren auch die wirtschaftsnahen Politkräfte. FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli stört sich insbesondere an der Kommunikation der schwer angeschlagenen UBS.

Herr Pelli, der «Tages-Anzeiger» hat heute die Auflagen des Bundes zur UBS-Entschädigungspolitik veröffentlicht. Wenn man diese mit den Aussagen von Bundesrat Merz vor dem Parlament im Dezember vergleicht, so hat man den Eindruck, dass der Chef des Finanzdepartementes zu viel versprochen hat. Was sagen sie dazu?

Herr Merz hat die Auflagen im Parlament korrekt dargestellt, die der Bundesrat der UBS bei der Entschädigungspolitik auferlegte und dann vertraglich festlegte. Er hat dazu präzisiert, dass die Finanzmarktaufsicht und nicht er selber für die Einhaltung der Vereinbarung zuständig ist. Ob die Auflagen respektiert werden, ist leider im Moment sehr schwierig zu sagen...

Wieso?

...weil die Kommunikation im Fall der UBS-Boni ein Chaos ist. Niemand versteht, was die UBS entschieden und wo die Finanzmarktaufsicht zugestimmt hat. Die Leistungen der Bank und der Aufsichtsbehörde sind in diesem Bereich sehr enttäuschend. Die Vergütungspolitik der UBS hätte eine korrekte Informationspolitik verdient, nachdem sie nach der Staatshilfe zum öffentlichen Thema geworden ist. Diese Situation ist peinlich und verhindert eine sachliche Beurteilung der Entscheide. Es ist zu begrüssen, dass die Zahlen die wir hören, die Boni-Komponente immer kleiner werden lassen.

Haben Bundesrat und das Finanzdepartement in der Entschädigungsfrage genug Druck aufgesetzt?

Die UBS steht unter einem immensen Druck: Druck der Märkte, Druck der Kunden, Druck der Mitarbeiter, Druck der Zahlen, Druck der Aufsichtsbehörde, Druck der Politik, Druck der Medien. Und nicht alle wollen das Gleiche. Die UBS zu leiten ist deshalb sicher keine einfache Aufgabe. Es ist auch schwierig einzuschätzen, welche Entschädigungspolitik die Richtige ist. Die Aufsichtsbehörde ist sicher besser imstande diese Aufgabe wahrzunehmen als wir Politiker.

Macht die Finanzmarktaufsicht einen guten Job?

Eine Antwort bekommen sie in dem Moment, wo endlich klar wird, was entschieden wurde und wieso. Ich hoffe bald.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 29.01.2009, 16:46 Uhr

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