Pendleralltag: Überfüllte Züge. Bild: WireImage
Die SBB haben konkrete Pläne zur Einführung von Billettpreisen je nach Tageszeit im Fernverkehr. «Wir müssen eine Möglichkeit schaffen, um am Morgen, tagsüber und am Abend einen unterschiedlichen Preis zu finden - je nach Auslastung», sagt Paul Blumenthal, Chef Personenverkehr der SBB, in einem «Tages-Anzeiger»-Interview. Ein Fernverkehrsbillett wäre am Schalter oder Automaten je nach Fahrzeit des Zugs zu lösen. «Der Ticketpreis und die Billettnummer wären dann gebunden an eine Zeitzone. Wenn Sie innerhalb einer Zeitzone fahren, dann hat das Billett Gültigkeit. Wenn Sie zu einer teureren Zeit fahren wollen, brauchen Sie einen Zuschlag», erläutert Blumenthal.
Über ein solches, neues Tarifsystem beschliessen zwar nicht die SBB allein, sondern der Verband öffentlicher Verkehr (VöV). Darin sind alle Anbieter des öffentlichen Verkehrs vertreten, aber die SBB erbringen 65 Prozent der Fahrleistung und sind im Fernverkehr die bestimmende Instanz. Über die Einführung sagt Blumenthal: «Die kommt sicher. Das ist keine Frage mehr, ob wir es wollen oder nicht.» Ob das Tarifsystem auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2009 geändert wird, ist aus zeitlichen Gründen noch offen.
Heute wird der Billettpreis nach Distanz berechnet, die Tageszeit spielt keine Rolle. Dieses Preissystem ist äusserst erfolgreich. Doch die grosse Nachfrage bringt die Staatsbahn in grosse Schwierigkeiten. Zu Stosszeiten sind die Züge übervoll. Die Schienenkapazität ist ausgeschöpft.
Die SBB planen auch eine Aufwertung der ersten Klasse. Benützer eines Zweitklassbilletts sollen die erste Klasse nicht mehr betreten dürfen. Und diskutiert wird die Einführung bedienter Abteile mit einer Stewardess oder einem Steward.ss
(Tages-Anzeiger)