Kollektive Freude: Die Schweizer U-17-Auswahl steht im WM-Halbfinal. Bild: Keystone
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Gegen Deutschland im Achtelfinal schoss die Schweiz in der Verlängerung das kursweisende Tor in Unterzahl. Im Viertelfinal gegen Italien wehrten sich die SFV-Junioren nach der roten Karte gegen Captain Frédéric Veseli eine halbe Stunde lang erfolgreich mit einem Mann weniger. «Im mentalen Bereich haben wir Unglaubliches geleistet», sagte denn auch Coach Dany Ryser nach dem nächsten Exploit seines Teams.
«Der entscheidende Faktor für unseren Erfolg war unsere mentale Stärke, diese Jungs verfügen über eine fantastische Charakterfestigkeit», sagte er. «Für sie ist alles möglich.» Dass die Mannschaft nach dem Platzverweis in der «hoch dramatischen» Schlussphase dem Gegner kaum mehr eine Chance zugestand, sieht er als Zeichen für diese Charakterfestigkeit. «In dieser Mannschaft weiss jeder, dass der andere für ihn da ist. Jeder kann sich auf den Mitspieler verlassen.»
«Hatten auch ein wenig Glück»
Dass der Match durchaus eine andere Wendung hätte nehmen können, war dem Schweizer Trainer durchaus nicht entgangen. «Wir haben heute gegen eine grossartige italienische Mannschaft gewonnen, und ich denke, dass wir im Grunde sogar ein wenig Glück hatten», meinte Ryser nach der erfolgreichen Halbfinalqualifikation. «Vor allem in der ersten Halbzeit, als sie die beste Phase des Spiels hatten.»
Auch der italienische Trainer Pasquale Salerno sah eine «herausragende erste Halbzeit» seines Teams. «Wir müssten das Spiel hier entscheiden», so der Coach der Azzurrini. «Es gelang uns, trotz der Schweizer Führung die Ruhe zu bewahren und weitere Chancen herauszuspielen», erklärte er. Der Knackpunkt sei der vergebene Penalty gewesen. «Es war ein schwerer Schlag für unsere Moral», meinte er.
«Brauchen weitere Top-Leistung»
Salerno lobte aber auch den Auftritt des Gegners: «Am Ende haben sich die Schweizer den Sieg verdient.» Während das Turnier für die Italiener fertig ist, hat Rysers Team noch zwei Spiele – den Semifinal und den Final oder die Partie um den 3. Platz. «Wir sind sehr glücklich darüber, uns für den Halbfinal einer Weltmeisterschaft qualifiziert zu haben. Das passiert nicht alle Tage», so der 52-jährige Solothurner, der eine «unglaubliche Wertschätzung» für seine Mannschaft feststellt.
Nach Brasilien in der Gruppenphase Deutschland im Achtelfinal eliminierte die Schweiz nun ein drittes Schwergewicht. «Es ist natürlich wunderschön, wenn die Schweiz die grössten Fussball-Nationen bezwingt», war auch Ryser begeistert. Am Donnerstag wartet im Halbfinal mit Kolumbien deshalb eine tückische Aufgabe. Unterschätzen werden sie Südamerikaner, die in ihrem Halbfinal die türkischen Altersgenossen im Penaltyschiessen bezwangen, nicht. «Wir brauchen eine weitere Top-Leistung», weiss Ryser.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )