Marco Streller gegen Hakan Yakin

Von Stephan Roth . Aktualisiert am 09.02.2010
Mit starken Auftritten haben die Stars von Basel und Luzern am Sonntag den Kampf um einen WM-Platz lanciert. Dass Ottmar Hitzfeld beide nach Südafrika mitnimmt, ist unwahrscheinlich.
Das WM-Fernduell: Basels Marco Streller (links) gegen Luzerns Hakan Yakin. Bild: KEYSTONE/AP

Bereits in 121 Tagen beginnt in Südafrika die Fussball-WM, bei der die Schweiz auf Spanien, Chile und Honduras treffen wird. Jenen Spielern, die ihren Platz im Aufgebot von Ottmar Hitzfeld noch nicht auf sicher haben, bleibt als nur noch wenig Zeit zur Werbung in eigener Sache.

23 Spieler darf jedes Team für das Turnier melden. Wenn man davon ausgeht, dass ausser im Tor, wo drei Goalies mitreisen werden, jede Position doppelt besetzt wird, weiss man, dass vor allem im Sturm ein heisser Kampf um die Plätze entbrennen wird. Hitzfeld wird wohl vier, höchstens fünf Angreifer nominieren.

Captain Alex Frei (Basel), Blaise Nkufo (Twente Enschede) und Eren Derdiyok (Leverkusen) dürften gesetzt sein. Doch hinter dem hochkarätigen Trio tobt ein harter Kampf. Neben Luzerns Hakan Yakin und Basels Marco Streller hat sich den ersten Wochen des Fussball-Jahres auch Nürnberg-Stürmer Albert Bunjaku in den Vordergrund gespielt. Der ehemalige Stürmer des FC Schaffhausen erzielte in den ersten drei Spielen der Rückrunde vier Treffer und schob sich auf Rang 3 der Bundesliga-Torschützenliste (10 Goals) vor.

Streller in der Form seines Lebens

Die Konkurrenzsituation im Schweizer Sturm bedeutet, dass Hakan Yakin und Marco Streller um ihren Platz bei der WM kämpfen müssen. Wenn es zu keinen Verletzungen kommt, ist es unwahrscheinlich, dass Hitzfeld beide nach Südafrika mitnimmt.

Hakan Yakin zeigte am Sonntag gegen die Grasshoppers deutlich, dass er den Kampf um die WM-Tickets annimmt. Dass ihn Hitzfeld nach einer Formbaisse zuletzt nicht mehr aufgeboten hatte, dürfte beim bald 33-Jährigen die gewünschte motivierende Wirkung gehabt haben. Beim 4:2-Auftaktsieg gegen GC traf Yakin bereits in er 2. Minute ein erstes Mal - und lieferte ein weiteres Tor und einen Assist nach.

Während Hitzfeld in Warschau der Auslosung der EM-Qualifikationsgruppen beiwohnte, zeigte auch Marco Streller eine starke Vorstellung. Der Basler Stürmer war beim 4:0-Triumph im Spitzenkampf gegen die Young Boys die überragende Figur. Den entscheidenden Penalty zum 1:0, den Alex Frei gewohnt souverän verwandelte, holte er geschickt heraus. Das 2:0 erzielte er mit einem präzis gesetzten Kopfball selbst.

Yakin mit Gespür statt Laufarbeit

Streller und Yakin dürften Hitzfeld jetzt schon Kopfzerbrechen bereiten. Nicht zuletzt weil die beiden Offensivspieler nicht unterschiedlicher sein könnten. Der grossgewachsene Streller hat sich zum Arbeiter und Rackerer im Sturm entwickelt, der stets anspielbar ist und die Bälle hervorragend ablegt. Er ist in der Form seines Lebens.

Yakin wird auch in der Ausgabe 2010 kaum zum Laufwunder mutieren. Doch seine Klasse, sein Gespür für den Fussball und seine Fähigkeiten bei stehenden Bällen heben ihn vom Rest seiner Schweizer Arbeitskollegen ab. In der Nationalmannschaft hat der FCL-Star auch bereits mehrmals bewiesen, dass er die Rolle des Jokers erfolgreich ausfüllen kann.

Statistisch hat der 28-jährige Streller in dieser Saison im Vergleich mit Yakin die Nase vorn. Der FCB-Angreifer hat 12 Tore und 6 Assists auf dem Konto. Yakin erzielte 6 Treffer und gab 8 Torvorlagen. Das Rennen ist lanciert.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 09.02.2010, 14:46 Uhr

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