Thun sperrt Omar Faye für heutiges Spiel

Aktualisiert am 22.11.2009
Der 22-jährige Stürmer des FC Thun, Omar Faye, ist für das Cupspiel von heute Sonntagnachmittag gegen den FC Winterthur gesperrt worden. Der FC Thun und Gossau stehen wegen dem Wettskandal im Zwielicht.
topelement Wird heute Nachmittag keine Fussballschuhe anziehen: Omar Faye (rotes Leibchen) ist im Cupspiel FC Thun gegen FC Winterthur gesperrt.
Der Spieler habe gegenüber dem Sportchef bestätigt, dass er von der Polizei einvernommen worden sei, sagte FC-Thun-Präsident Markus Stähli «Radio 1». In welcher Rolle er genau mitgewirkt habe, sei ihm zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt, sagte Stähli. Es habe offenbar «mit der ganzen Geschichte» irgendwie etwas zu tun. Nicht zuletzt gestützt darauf sei der Spieler für das Cupspiel gesperrt worden.

Neben Testspielen werden 22 Partien aus der Challenge League näher untersucht. Gemäss der «NZZ am Sonntag» stehen Gossau und der FC Thun im Zwielicht. Die Zeitung beruft sich auf Aussagen des deutschen Anwalts Burkhard Benecken, der einen der vermeintlichen Drahtzieher vertritt. Am 26. April sollen 15'000 Euro an den FC Thun gezahlt worden sein, damit die Berner Oberländer das Spiel in Yverdon mit vier Toren Differenz verlieren. Die Partie endete 1:5. Wer beim FC Thun vom möglichen Geldsegen profitiert hat, ist aber völlig unklar.

Im zweiten Fall - Gossau gegen Locarno vom 24. Mai - sollen 20'000 Euro geflossen sein, damit die Ostschweizer mit mindestens zwei Treffern Unterschied verlieren. Die Tessiner siegten 4:0; die mutmasslichen Betrüger sollen insgesamt 149 400 Euro auf diese Partie gesetzt haben. Sowohl Thuns Präsident Markus Stähli als auch Gossaus Roland Gnägi sagten gegenüber der «NZZaS», sie wüssten von solchen Machenschaften nichts.

Etwas Klarheit am Mittwoch?

Ein weiterer Fall, der am Wochenende zu diskutieren gab, betrifft die Bosnier von NK Travnik, die sich offenbar das letzte Trainingslager in der Schweiz mit Manipulation finanziert haben. Wie im Walliser Radiosender «Rhône FM» gesagt wurde, waren asiatische Wettanbieter am Werk. Das Testspiel gegen Sion in Portalban, das im Rahmen dieses Camps ausgetragen wurde, ist gemäss Constantin manipuliert worden. Sion hatte 4:1 gewonnen, und «gedacht, ein gutes Spiel absolviert zu haben. Doch es scheint, als hätten uns die Bosnier absichtlich machen lassen», so Constantin.

NK Travnik hatte im Sommer in der Schweiz auch gegen Neuchâtel Xamax und Servette getestet und ebenfalls verloren. 2:3 gegen die Neuenburger, 1:3 gegen die Genfer. Ob auch diese Spiele manipuliert waren, ist derzeit nicht bekannt. Thomas Grimm, der Präsident der Swiss Football League, hofft, dass das Spekulieren über betroffene Spiele am Mittwoch eine Ende nimmt. Für dann hat die Uefa die Verbände und Ligen nach Nyon eingeladen.

Erpressungen und lose Kontakte

Dass auch bei Testspielen betrogen wird, ist nicht unlogisch. Wenn keine Kameras am Spielfeldrand stehen, ist das Risiko gering, dass das (gekaufte) Fehlverhalten von Spielern oder Schiedsrichtern auffliegt. Dies gab auch ein Insider der so genannten «Berliner Szene» in der «Berliner Morgenpost» zu. Gemäss dem ehemaligen Mitglied der Szene, das 2006 ausgestiegen sein will, würden Spieler, Trainer oder Schiedsrichter nicht selten erpresst, «weil man irgendetwas gegen sie in der Hand hat. Zum Beispiel hohe Schulden, Bordellbesuche oder homosexuelle Neigungen.»

Die Drahtzieher im Hintergrund können sich aber auch ganz umvermittelt melden, wie der Schweizer Bundesliga-Söldner Mario Eggimann gegenüber «Sonntagsblick» erklärte. Vor knapp fünf Jahren war der Verteidiger von einer unbekannten Person telefonisch und mit unverbindlichen Worten kontaktiert worden: «Kannst du mir sagen, wie viele Tore bei eurem Spiel ungefähr fallen?» Eggimann beendete das Gespräch rasch und hörte nichts mehr vom mysteriösen Anrufer.

Constantin lässt Spieler abhören

Eine Methode, zumindest in wichtigen Spielen auswärtige Einflussnahme zu verhindern, hat Christian Constantin gefunden. Der Architekt, der überzeugt ist, dass in der Axpo Super League keine Spiele manipuliert wurden, lässt vor brisanten Partien die Telefonate seiner Spieler offenbar abhören. «Vor internationalen Spielen, die gefährdet sind, machte ich das. Ich hatte dies jeweils beim Richter beantragt», sagte Constantin gegenüber der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.

(tan/si)

Erstellt: 22.11.2009, 12:37 Uhr

Die Thuner Reaktion

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Das sagte Thun-Präsident Markus Stähli über die interne Sperre von Pape Omar Fayé gegenüber dem Schweizer Fernsehen.
Quelle: SF/Tagesschau

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