Was Heynckes zu Shaqiri und Robben sagt

Von Fabian Kern, München . Aktualisiert am 15.02.2012
Bayern Münchens Cheftrainer Jupp Heynckes sieht den «Fall Robben» unproblematisch und glaubt an die Chance von Xherdan Shaqiri.
«Normaler Vorgang»: Jupp Heynckes sieht kein Problem mit der Personalie Arjen Robben. Bild: KEYSTONE/AP

Beim FC Bayern München braucht es mehr als ein kleines Hoch, um in Ruhe arbeiten zu können. Obwohl sich der deutsche Rekordmeister mit zwei 2:0-Siegen in Meisterschaft (gegen Kaiserslautern) und DFB-Pokal (Stuttgart) sportlich wieder in die Bahn gebracht hat, ist in München die Verbannung von Starspieler Arjen Robben auf die Ersatzbank in den vergangenen Spielen auch eine Woche vor dem Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen den FC Basel das dominierende Thema. «Wir sind nicht gut aus der Winterpause gekommen, und dann ist der Trainer natürlich gefordert, etwas zu ändern. Das habe ich gemacht», erklärt Trainer Jupp Heynckes.

Das Ausmass der medialen Polemik um den holländischen Vizeweltmeister erachtet Heynckes nicht für aussergewöhnlich: «Für das Umfeld des FC Bayern ein ganz normaler Vorgang.» Der Mannschaft habe er schon vor der Massnahme erklärt, dass er jeweils einen Offensivspieler draussen lassen würde, so wie im erfolgreichen Herbst. «Arjen kam aus einer Verletzung und rang um seine Form», meinte Heynckes. Dass der Holländer aber nun immer der zwölfte Mann ist, sei «völliger Quatsch». «Was wird sich in den nächsten Wochen ändern? Auch andere Offensivspieler werden mal aussetzen müssen», kündigte der 66-Jährige an.

Shaqiri soll sich keine Sorgen machen

Innerhalb des Teams scheint der «Fall Robben» keine Probleme zu bereiten. «Das ist nur ein Thema der Öffentlichkeit», sagte Captain Philipp Lahm knapp. Und auch sein Teamkollege Thomas Müller winkte ab: «Die Vorwürfe mit dem Egoismus hatten wir doch schon. Arjens Stärken liegen nun einmal im Dribbling, und beim Dribbling ist man zwangsläufig allein mit dem Ball unterwegs.» Intern werde nicht über die Aufstellung des Trainers diskutiert. Dieser erklärt die Massnahme mit den hohen Ansprüchen beim deutschen Rekordmeister: «Wir sind bei Bayern zum Erfolg verdammt, da muss man auch einmal unpopuläre Entscheidungen treffen.»

Den Verschmähten nahm Heynckes gar in Schutz. «Arjen ist ein super Profi. Was er im Training abliefert, ist beeindruckend. Und wenn er in Topform ist, gibt es auf seiner Position weltweit fast keinen Besseren», schwärmte Heynckes. Schlechte Nachrichten also für Xherdan Shaqiri, der ab Sommer ebenfalls Ansprüche auf den Platz am rechten Flügel bei den Bayern anmelden wird? «Der Junge soll sich mal keine Sorgen machen. Bei mir hat jeder eine Chance, vor allem jene, die richtig gut Fussball spielen können. Und das kann ja Shaqiri», meint Heynckes.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 15.02.2012, 07:37 Uhr

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