Roger Federer kommt auch einen Tag nach der 0:5-Schlappe im Davis-Cup-Achtelfinal gegen die USA nicht zur Ruhe. Vor seinem Startspiel in Rotterdam gegen den Franzosen Nicolas Mahut (ATP 83) sah sich die Nummer drei der Welt gezwungen, zum Debakel noch einmal Stellung zu nehmen. Im Fokus steht eine Aussage vom Wochenende, nachdem Federer das entscheidende Doppel mit Stanislas Wawrinka verloren hat. In einer englischsprachigen Agentur wird Federer mit den Worten zitiert, dass er im Doppel gut gespielt habe, Wawrinka aber nicht. «Meine Kommentare über Wawrinka wurden missverstanden und falsch wiedergegeben», so Federer an der Pressekonferenz in Rotterdam.
In Wahrheit habe er «gut gespielt», sein Doppelpartner hingegen «nicht schlecht». Federers Fazit sorgte in der Tenniswelt für Aufruhr, sodass er das aus seiner Sicht falsch interpretierte Zitat umgehend korrigieren wollte. «Ich sprach sowohl mit Wawrinka als auch mit Coach Severin Lüthi, um sicherzustellen, dass es keine Missverständnisse gibt.» Unmissverständlich war dann aber folgende Aussage: «Wir hatten ein hartes Wochenende, und wir waren nicht in Bestform.» Damit richtet sich die Kritik also auch an Wawrinka, der nach seiner Einzelniederlage gegen Mardy Fish auch im Doppel enttäuschte. Unmittelbar nach der Doppel-Pleite schien Federer das Aus gegen die USA nicht sonderlich zu belasten. Seine Erklärung zum 0:3: «Ich sehe keine Krise. Wir haben alles gegeben. Alles ist alles, mehr geht nicht.»
«Ich möchte keine Entschuldigungen»
In Rotterdam will sich Federer nun so schnell wie möglich wieder aufrappeln, «schliesslich trete ich hier irgendwie auch als Titelverteidiger an». Zuletzt hatte er der holländischen Metropole 2005 seine Aufwartung gemacht und auch gleich den Turniersieg eingeheimst. Am Mittwoch hat er erstmals wieder die Chance, seine Davis-Cup-Niederlage gegen John Isner vergessen zu lassen; allerdings muss er sich von Sand wieder blitzschnell auf Hartbelag umgewöhnen. «Meine Hauptaufgabe ist es, den Rhythmus zu finden. Ich möchte keine Entschuldigungen haben, wenn ich am Mittwoch antrete», so Federer nach dem ersten Probetraining.
(sr)
«Wir müssen auch akzeptieren, dass die USA gut gespielt haben»: Roger Federer über die Pleite im Davis-Cup. (Video: Sebastian Rieder)
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