«Die UBS ist zu gross für die Schweiz»

Aktualisiert am 16.04.2009
Die an der gestrigen GV angekündigte Strategie der UBS, weiter als Universal-Grossbank tätig zu sein, hält Bankenexperte Manuel Ammann für riskant für das Land. Er ist überzeugt, dass die aktuelle nicht die letzte Finanzkrise ist.
Die Strategie der UBS, am Investmentbanking festzuhalten und weiter als Universal-Grossbank tätig zu sein, hält Bankenexperte Manuel Ammann für volkswirtschaftlich riskant. «Die UBS ist eigentlich zu gross für die Schweiz», sagte er am Mittwoch in der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens. Um das Bankensystem zu stabilisieren, brauche es stattdessen viele kleine Banken, bei denen die Gefahr von Klumpenrisiken weniger gross sei.

Der Professor der Universität St. Gallen ist überzeugt, dass die Welt noch mehr Finanzkrisen erleben wird – unter anderem, weil in den letzten Monaten «problematische Anreize» geschaffen wurden. Durch das Einspringen der Staaten seien falsche Signale an die Banken gesendet worden – wer scheitere, dem helfe im Notfall der Staat. Jetzt seien die Banker noch gebrannt von den aktuellen Erfahrungen. Doch sobald es einige Jahre wieder gut laufe, würden wieder Risiken eingegangen.

Die aktuelle Finanzkrise sei in ihren schlimmsten Teilen überwunden. «Von einem Kollaps des internationalen Finanzsystems ist nicht mehr die Rede.» Mit negativen Nachrichten aus der Finanzbranche müsse man jedoch vorerst weiter rechnen.

(oku)

Erstellt: 15.04.2009, 21:30 Uhr

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