Gravierende Folgen für Schweizer Finanzplatz befürchtet: Paradeplatz in Zürich. Bild: KEYSTONE/AP
Der US-Senat hat gestern ein Gesetz verabschiedet, das eine weitreichende Neubestimmung für Finanzinstitute aus dem Ausland enthält. Demnach können Finanzinstitute aus dem Ausland künftig dazu gezwungen werden, die Daten ihrer amerikanischer Kunden der Steuerbehörde IRS offenzulegen, wie die NZZ heute meldet. Das einzige was unter dem Gesetz noch fehlt, ist Barack Obamas Unterschrift. Doch diese gilt als sicher.
Gemäss der NZZ herrscht über den Vorstoss in der Schweiz «Entsetzen», wo das neue Gesetz einschneidende Konsequenzen haben könnte. Die Auswirkungen werden als massiv eingeschätzt. Das einzig positive daran: Alle Länder sind betroffen. Nicht nur Schweizer Institute wie die UBS oder Credit Suisse.
Mit diesem Trick werden die US-Kunden gläsern gemacht: Ab 2013 sollen ausländische Finanzgesellschaften eine 30-prozentige Quellensteuer auf alle Transaktionen mit US-Wertschriften entrichten. Die NZZ macht ein Beispiel: Kauft eine Bank eine US-Aktie für 100 Dollar und verkauft sie mit Verlust bei 50 Dollar, fällt trotzdem eine Steuerschuld von 15 Dollar an.
Die Quellensteuer entfällt, wenn die Gesellschaften bilaterale Abkommen mit dem IRS abschliessen, doch dies erfordert Informationen über die US-Kontoinhaber. Für die Schweiz besonders schmerzhaft ist der Einbezug der Fondsgesellschaften in das neue Gesetz.
(bru)