Bundesräte rügen UBS: «Den Gürtel enger schnallen»

Aktualisiert am 15.04.2009
Trotz Sparkurs der Grossbank: Der Bundesrat stört sich an den ausgeschütteten Boni. Jetzt fordert Doris Leuthard die UBS auf, nochmals «über die Bücher» zu gehen. Und auch Hans-Rudolf Merz ist unzufrieden.
Unzufrieden mit den UBS-Boni: Bundesrätin Doris Leuthard. Bild: KEYSTONE/AP

Angesichts eines Verlusts von 2 Milliarden Franken im ersten Quartal 2009 haben die Bundesräte Doris Leuthard und Hans-Rudolf Merz die geplanten Boni von 4 Milliarden Franken bei der UBS kritisiert. Das Thema sei für das nächste Gespräch zwischen Merz und der UBS-Leitung traktandiert.

In einem Interview mit Schweizer Radio DRS forderte Leuthard die UBS auf, «nochmals über die Bücher» zu gehen, bevor Boni in dieser Höhe ausbezahlt würden. «Ich erwarte, dass alle den Gürtel enger schnallen - ohne Ausnahme.»

Boni könnten gesperrt werden

Ein Verzicht auf Bonus-Zahlungen müsse diskutiert werden, sagte Leuthard. Die Volkswirtschaftsministerin stellte auch eine Sperrung oder eine Verschiebung der Boni zur Debatte.

Die Boni müssten hinterfragt werden, sagte auch Bundespräsident Merz gegenüber Schweizer Radio DRS. Merz schloss nicht aus, dass die Aufsichtsbehörden eingreifen, falls sie den Eindruck erhielten, dass marktwidrig vorgegangen worden sei.

Bund war über Stellenabbau informiert

Der geplante Abbau von 2500 Stellen in der Schweiz kommt für Leuthard nicht überraschend, wie sie sagte. Die UBS habe den Bund und den am stärksten betroffenen Kanton Zürich gut informiert.

Es gelte, die vom Abbau Betroffenen möglichst schnell wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Dabei komme das übliche Instrumentarium der Arbeitslosenversicherung zur Anwedung. Leuthard verwies insbesondere auf Umschulungs- und Weiterbildungsangebote.

(oku/sda)

Erstellt: 15.04.2009, 18:59 Uhr

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