Das soll dereinst aus dem Grossprojekt werden: King Abdullah Economic City in einer Computerbild-Darstellung. Emaar
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Anders als auf den meisten Bildern zu sehen, tritt Fahd al-Rasheed am WEF ohne das arabische Kopftuch mit dem schwarzen Band auf. Ja, er sei zum ersten Mal in Davos, sagt er im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Hingebracht hat ihn sein Posten als Chef von Emaar Economic City. Das ist die Firma, die in den nächsten 15 Jahren eine Stadt in die saudische Wüste baut. King Abdullah Economic City, heisst das Projekt an der Westküste des Landes.
Der arabische Businessman tritt smart auf, trinkt den Kaffe schwarz und spricht mit gewählten Worten. «Unser Projekt beinhaltet nicht nur die Ansiedelung von Industrie und Infrastruktur für die Wirtschaft. Auch die Bereiche Ausbildung, Gesundheitssystem und Umwelt gehören dazu», so al-Rasheed. An einer Bar im Davoser Kongresszentrum legt er eine Präsentation seiner Riesenstadt vor, während am Nebenplatz Bundesrat Alain Berset auf einem Barhocker Platz nimmt. Der Magistrat trinkt Cola Zero. Al-Rasheed bestellt einen zweiten Kaffee.
Alles im Grossformat
Die Eckwerte seiner Wüstenstadt sind imposant. 100 Milliarden Dollar Investitionen sind geplant. Das ist aber nur der Anfang: Weltweit soll die King Abdullah Economic City Investoren anziehen. Stolz präsentiert er die ersten. Der US-Pharma-Multi Pfizer gehört dazu, genauso wie der französische Lebensmittelkonzern Danone. «Sie alle bauen dort Produktionsstätten auf.» Schweizer sind auf den ersten Blick aus der Präsentation nicht auszumachen. Den grössten Hafen der arabischen Halbinsel wollen sie bauen und Universitäten für Forschung und Entwicklung ansiedeln. Eine Schnellbahn, welche die neue Stadt mit Medina, Mekka und Jeddah verbindet, kommt laut den Plänen hinzu.
Hinter uns hat sich eine Traube Journalisten um einen Mann versammelt. Es ist Amr Moussa, der langjährige Vorsitzende der Arabischen Liga. Er spricht in die vielen Mikrofone und stellt sich offensichtlich hartnäckigen Rückfragen der Medienschaffenden. Politik ist auch in der arabischen Welt ein heikles Thema. Al-Rasheed will sich dazu nicht äussern. Sein Ding ist das Geschäft. Und dafür hat sich seine Reise nach Davos gelohnt. «Ja, ich habe einige der Investoren unseres Projekts getroffen.» Sie wollten wissen, wie der Stand sei. Stolz erklärt al-Rasheed, dass man vorankomme, die ersten Bildungsstätten in Betrieb genommen und auch bereits gewohnt werde in der King Abdullah Economic City.
Die Gelegenheit in Davos nutzen
Wieder kommt Hektik auf in unserem Rücken. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble zieht die Aufmerksamkeit auf sich. TV-Stationen interviewen ihn. Er ist Angela Merkels Finanzminister und als solcher in Zeiten nicht enden wollender staatlicher Finanzengpässe ein gefragter Mann. Al-Rasheed macht sich auf zum nächsten Termin. Er will sein Projekt noch bekannter machen. Und dafür scheint Davos der richtige Ort.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )
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