«Es wird noch zwei Jahre lang Bonus-Party sein»

Aktualisiert am 11.11.2009
Laut Thomas Minder, Urheber der Abzocker-Initiative, haben die Banken zu lange Zeit, um die neuen Richtlinien der Finma umzusetzen. Er übt aber auch grundsätzliche Kritik an der Finma.
Der Staat sollte sich nicht einmischen: Thomas Minder. Bild: KEYSTONE/AP

Der Schaffhauser Unternehmer Thomas Minder hat sich erneut dezidiert gegen die Einmischung des Staats in die Vergütungspolitik von privatrechtlich organisierten Firmen geäussert. Es könne nicht sein, dass der Staat - im konkreten Fall die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) - mehr zu sagen habe als der Eigner, also der Aktionär, sagte Minder auf Anfrage. Die Finma habe als einzige Aufgabe dafür zu sorgen, dass es nicht soweit komme wie im Falle der UBS. Und in dieser Hinsicht habe die Finma versagt. Wenn sich die staatliche Finanzmarktaufsicht sich auch in das Vergütungssystem von privatrechtlich organisierten Firmen einmische, sei sie nicht mehr unabhängig und setze sich fast selber mit ins Boot.

Ausserdem werde die Korrelation zwischen Risiken und Lohn nie funktionieren, denn es gebe unzählige äussere, nicht kontrollierbare Faktoren, wie etwa eine Ölkrise oder eine schwere Pandemie. Zudem sei die zeitliche Sperre von gewissen variablen Vergütungsbestandteilen von drei Jahren zu kurz. Diese Sperre müsste laut Minder mindestens einem Konjunkturzyklus von sieben Jahren unterstellt werden. Kritik übte Minder auch daran, dass die betroffenen Unternehmen ein Jahr Zeit erhalten für die Umsetzung der Richtlinien der Finma. Dies bedeute, dass für 2009 und 2010 «noch zwei Jahre lang Bonus-Party sein wird», sagte Minder.

(vin/ap)

Erstellt: 11.11.2009, 13:27 Uhr

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