Genfer Privatbankier attackiert UBS-Spitze

Aktualisiert am 20.11.2008
Der Bankier Jacques Rossier hat die UBS-Verwaltungsräte Rainer-Marc Frey und Sergio Marchionne scharf kritisiert. Verwaltungsräte, die UBS-Aktien verkaufen oder sich abschätzig über VR-Präsident Peter Kurer äussern, sollten sich zurückziehen.
«Wenn Rainer-Marc Frey als Verwaltungsrat der UBS eine Aktie nicht hätte abstossen dürfen, dann jene der UBS», sagt der Genfer Privatbankier Jacques Rossier in einem «Weltwoche»-Interview. Rossier ist Teilhaber der Privatbank Lombard Odier Darier Hentsch und Mitglied des Verwaltungsratsausschusses der Schweizerischen Bankiervereinigung. Was Frey getan habe, sei ein flagrantes Misstrauensvotum eines Verwaltungsratsmitgliedes einem Unternehmen gegenüber, das aus einer Krise herauskomme. Frey hatte eine Million UBS-Aktien verkauft und 17,7 Millionen Franken kassiert. Nicht vertrauensfördernd sei auch der Verkauf von 45'000 Aktien des UBS-Konzernleitungsmitglieds Marten Hoekstra.

Aber auch UBS-Vizepräsident Sergio Marchionne erntet Kritik von Rossier. Dass dieser sich sehr abschätzig über den Präsidenten geäussert und verkündet habe, dass Peter Kurer nicht die erste Wahl gewesen sei, sei fürchterlich. «Ich möchte nicht allzu militärisch klingen, aber solchen Verwaltungsräten sollte man nahelegen, sich zurückzuziehen», sagte Rossier. Dies sei ein Mangel an Leadership von UBS-Konzernchef Marcel Rohner und Kurer, die sich offensichtlich nicht durchgesetzt hätten.

(vin/ap)

Erstellt: 20.11.2008, 11:21 Uhr

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