«Grübel macht das nicht des Geldes wegen»

Interview: Olivia Kühni Aktualisiert am 27.02.2009
Zu den drei Millionen Grundsalär des neuen UBS-Konzernchefs dürfte noch Einiges an Boni dazukommen. Trotzdem ist Geld wohl nicht der Grund für Grübels Zusage, glaubt Headhunter Philippe Hertig.
topelement Kontrahenten: Der amerikanische Justizminister Eric Holden und Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. Mehr Bilder (16)
Herr Hertig, Oswald Grübel verdient nach eigenen Angaben drei Millionen im Jahr. Ist das viel?
Das liegt im Vergleich zur bisherigen Grössenordnung in der Branche, vor allem auch im Ausland, klar unter dem Durchschnitt. Trotzdem ist es ein angemessenes und faires Salär, weil es die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen berücksichtigt.

Ist dieser gesellschaftliche Druck auch der Grund, dass Grübel gestern ungewohnt rasch und transparent über sein Gehalt gesprochen hat?
Was sicher überraschend und positiv ist, ist die Geschwindigkeit der Kommunikation. Dass man bei den Löhnen der Führungsspitze transparenter ist, das ist jedoch schon seit längerer Zeit so. Die UBS wird auch in ihrem Geschäftsbericht im März die Saläre der bisherigen Konzernleitung offenlegen.

Über die Löhne von Peter Wuffli und Marcel Rohner finden sich nirgends Angaben. Wissen Sie, wie viel Rohner verdient hat?
Das weiss ich schlicht nicht, und ich werde auch keine Spekulationen anstellen.

Kann Grübel damit rechnen, noch zusätzliche Entschädigungen in Form von Boni zu erhalten?
Üblich ist, dass ein ausgewogenes Gesamtsalärpaket auch variable Lohnbestandteile enthält, die sich am Erreichen kurz- und langfristiger Ziele bemessen. So werden nach einem oder zwei Jahren Anreize bezahlt sowie je nach Entwicklung des Shareholder-Value nochmals nach drei bis fünf Jahren. Wenn es Herrn Grübel gelingt, die UBS wieder auf Kurs zu bringen, hat er dieses Geld auch verdient. Ich glaube jedoch nicht, dass er die Aufgabe des Geldes wegen übernommen hat.

Wieso nicht?
Fachwissen und Führungsqualitäten, wie sie Herr Grübel mitbringt, sind in so einer Situation fast unbezahlbar. Es ist ihm hoch anzurechnen, dass er diese Aufgabe annimmt.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnetz )

Erstellt: 27.02.2009, 06:23 Uhr

Philippe Hertig

Dr. Philippe Hertig ist Geschäftsführender Partner im Executive-Search-Unternehmen Egon Zehnder International in Zürich.

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