Hilfspaket für US-Autoindustrie gescheitert

Aktualisiert am 20.11.2008
Die Demokraten im US-Senat sagten eine für heute geplante Probeabstimmung über ein Hilfspaket von 25 Milliarden Dollar ab.
Es gebe keine Mehrheit für den Antrag, hiess es zur Begründung. «Ich würde nicht sagen, dass es vorbei ist. Ich führe noch Gespräche. Aber es sieht nicht gut aus», sagte der republikanische Senator Robert Bennett.

Der Vorsitzende des Bankenausschusses des Senats, der Demokrat Christopher Dodd, sagte, die Chancen auf eine Kompromisslösung seien gering. Die Chefs des angeschlagenen Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM), Ford und Chrysler hatten am Mittwoch ihren Rettungsbedarf vor dem Kongress untermauert.

Bei der zweiten Anhörung innerhalb von 24 Stunden hatten sie einige Zugeständnisse gemacht, um die Skeptiker zu überzeugen. Den Unternehmenschefs schlug dennoch streckenweise offene Kritik entgegen.

Da am Freitag die letzte Sitzungswoche bis zur neuen Legislatur unter dem designierten Präsidenten Barack Obama endet, drängt die Zeit. Sollte sich der Kongress jetzt nicht einigen, liegt die Entscheidung in der Übergangszeit bei Amtsinhaber George W. Bush. Dieser bekräftigte, kein frisches Steuergeld freizumachen.

Die Autobauer verbrennen derzeit monatlich Milliardensummen, blitzen aber bei privaten Kreditgebern nicht zuletzt wegen der Finanzkrise ab.

Fabrikschliessung in Thailand

General Motors gab unterdessen bekannt, das Werk in Thailand für zwei Monate zu schliessen. Das Unternehmen wolle 75 Prozent der Löhne der 2000 Mitarbeiter weiterzahlen, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Die Produktion soll im Dezember und Januar ruhen. Der Konzern bot 258 Mitarbeitern den vorzeitigen Ruhestand mit zehn Extra- Monatsgehältern an.

«Wenn wir nicht schliessen, haben wir eine Überproduktion», sagte Sprecher Chartchai Suwannasevok. Die Fabrik in Rayong kann 130'000 Autos im Jahr produzieren. In diesem Jahr werden aber nach Prognosen des Unternehmens nur 100'000 Wagen abgesetzt.

Die Fabrik produziert vor allem für den Export. Zahlreiche grosse Autohersteller haben Fabriken in Thailand. Sie produzieren insgesamt 1,4 Millionen Autos und beschäftigen rund eine halbe Million Menschen.

(bru/sda)

Erstellt: 20.11.2008, 06:05 Uhr

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