«Ich reise gerne, aber nicht in die USA»

Aktualisiert am 12.02.2012
Die ZKB ist gemeinsam mit anderen Banken ins Visier des US-Justizministerium geraten. Martin Scholl, Chef der Zürcher Kantonalbank, fliegt deshalb nicht mehr nach Amerika.
«Werde keine Noten verteilen»: Martin Scholl. (10. Februar 2012) Bild: KEYSTONE/AP

Martin Scholl, der Chef der Zürcher Kantonalbank, reist nicht mehr in die USA. Im Interview mit der Zeitung «Sonntag» erklärt er: «Ich reise gerne, aber nicht in die USA.»

Die ZKB ist mit zehn weiteren Banken ins Visier des US-Justizministerium geraten. Ihnen wird vorgeworfen, Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. «Wenn man in ein solches Verfahren involviert ist, ist man als Bank gut beraten, zum Schutz der Mitarbeiter und des Managements das Reiseregime zu überprüfen und Restriktionen anzuordnen», sagt Scholl.

Auf die Frage, ob als Signal ans Ausland eine Selbstdeklaration wichtig wäre, sagt Scholl gegenüber dem «Sonntag»: «Der offizielle Weg der Schweiz im Bereich Steuern ist die Abgeltungssteuer.» Ob Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf einen guten Job mache, lässt Scholl offen: «Im USA-Dossier haben wir in der Schweiz bereits genügend Fronten. Diese müssen wir jetzt schliessen. Darum werde ich bestimmt keine Noten verteilen.»

Erstellt: 12.02.2012, 07:19 Uhr

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