Patrizia Laeri (31), Seit 2008 Moderatorin bei «SF Börse», hakt bei Peter Kurer nach, ob trotz milliardenhoher Staatshilfe Boni überhaupt noch gerechtfertigt seien?
Kurer schwadroniert ein erstes Mal: «Die variablen Lohnanteile bestehen auf einer vertraglichen Grundlage, der Ausdruck ist einfach falsch, wir zahlen keine Boni sondern variable Lohnanteile.»
Laeri insistiert: «Aber die Fixlöhne sind doch schon hoch genug?»
Kurer antwortet etwas wirr, er sagt (Originalton): «Die Fixlöhne sind in unserer Industrie relativ, ähh, nicht hoch genug, wir können die Leute nicht nur mit Fixlöhnen bezahlen.» Seine Begründung: «Die Fixlöhne hätten wir nicht so einfach reduzieren können. Deshalb ist es wichtig, dass wir die variablen Lohnanteile nicht einfach verteufeln, sonst haben wir diese Sparmöglichkeit nicht mehr.»
«Das ist doch hoch genug?»
Dann wird die «10vor10»-Moderatorin konkret: Sie fragt, ob es zutreffe, dass bei der UBS die Fixlöhne im Durchschnitt 180'000 Franken betragen. Der UBS-Präsident windet sich zuerst, gibt dann aber zu: «Das ist wahrscheinlich richtig, ja.»
Die Jungjournalistin sagt dann vorsichtig: «Das ist doch hoch genug?»
Kurer: «Das kann man so nicht sagen, sie müssen das im Umfeld betrachten.»
Jetzt sticht Laeri zu: «Im Umfeld, das heisst auch im Vergleich mit anderen Branchen, da liegt der Bankenlohn weit darüber.»
«Das weiss ich nicht, es kommt auf die Branche drauf an.» Kurer gibt dann aber doch zu: «Ich glaube, Banklöhne sind im durchschnitt relativ hoch.»
Dann wurde der UBS-Präsident endlich erlöst: Patrizia Laeri beendet das Interview.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnetz )