Das finanzielle Polster für den Ausbau ist vorhanden: Der Geldfluss aus der Geschäftstätigkeit stieg 2008 um 95 Prozent auf fast 2,5 Milliarden, allein im Handels- und Industriegeschäft sind 10,7 Milliarden Eigenkapital vorhanden, was 56 Prozent der Bilanzsumme entspricht. Zum Vergleich: Coop kommt auf 44 Prozent.
Krisenbedingt litt der Gewinn unter einem schlechten Finanzergebnis, dennoch ist es der dritthöchste der Geschichte. Der Betriebsgewinn liegt wie bereits 2007 über einer Milliarde; dazu haben Migros-Bank, Genossenschaften und Handel (u. a. Migrol) einen starken Beitrag geleistet. Die zweistellige Umsatzsteigerung ist in erster Linie Folge der erstmaligen vollen Integration von Denner. Um 5 Prozent besser als 2007 schnitten die Genossenschaften ab, wobei Aare, Neuenburg-Freiburg, Wallis und Tessin laut Bolliger vom Wegfall von Carrefour profitiert haben; preissensible Kunden hätten zur Migros gewechselt. Im Nahrungsmittelbereich kommt die Migros auf 28,6 Prozent Marktanteil, im Nonfood sind es 12,9 Prozent. Über alles gesehen hat der Grossverteiler einen Anteil von 20,5 Prozent.
In der Industrie stagnierte der Kosmetikahersteller Mibelle unter dem starken Franken und der Rezession in den Exportmärkten. Insgesamt nahmen die Migros-Exporte in Lokalwährung um 9 Prozent zu, die Währungseinflüsse reduzierten diesen Wert aber auf 0,8 Prozent. Zweistellige Wachstumsraten erzielten Milchprodukte und Käse sowie Fleisch und Fisch, aber auch der Grosshandel.
M-Classic statt Linsoft oder Delissa
Im Marketing setzt die Migros in Zukunft auf den Slogan «Ein M besser», wobei das M für Mehrwert stehen soll. Ziel ist der Ausbau der Marktführerschaft. Um der Kundschaft die Übersicht im 30 000 Artikel grossen Angebot zu erleichtern, fasst Marketingchef Oskar Sager mit der neuen Marke M-Classic Eigenmarken in mittlerer Preislage unter einem gemeinsamen Auftritt zusammen. Taschentücher von Linsoft oder Essig von Delissa heissen M-Classic, die bisherige Marke wird aber noch aufgeführt.
(Tages-Anzeiger)