Teures Coca Cola aus der Railbar

Von Niklaus Bernhard . Aktualisiert am 17.06.2009
Bei der SBB-Gastronomietochter Elvetino ist Coca Cola bis zu 50 Prozent teurer als andere Süssgetränke. Das sei auf die hohen Einkaufspreise von Coca Cola zurückzuführen, sagt Elvetino-Chef Yvo Locher. Die Kunden kaufen weiter.
Durstlöscher im Zug von der Elvetino-Minibar: Coca-Cola-Freunde zahlen massiv mehr. Bild: KEYSTONE/AP

Zugreisende in der Schweiz können ihren Durst dank dem Getränkeangebot der Minibar oder im Speisewagen löschen. Doch je nachdem , auf welches Getränk der Gast gerade Lust hat, kommt ihn das Durstlöschen teurer oder günstiger zu stehen. Wer bei einer Minibar in SBB-Zügen ein Coca Cola bestellt, erhält für Fr.4.80 eine Dose mit 33cl Inhalt. Bestellt man aber ein Rivella, eine Apfelschorle oder einen Ice-Tea, wird dem Gast eine 50cl-Pet-Flasche für Fr.4.80 respektive 4.90 serviert. Das heisst, bei gleicher Menge kostet Coca Cola 50 Prozent mehr als Rivella. Fast das gleiche Bild in den Elvetino-Speisewagen. Dort beträgt der Preisunterschied auf die gleiche Menge 47 Prozent.

Warum werden Coca-Cola-Trinkende bei Elvetino derart geschröpft? «Die Einkaufspreise für Coca Cola sind viel höher als bei den anderen Süssgetränken», erklärt Elvetino-Chef Yvo Locher auf Anfrage die grossen Preisdifferenzen. Die Gewinnmarge bei einer Cola-Dose sei nicht höher. Im Gegenteil: «Mit Coca Cola verdienen wir weniger als mit anderen Getränken wie zum Beispiel Mineralwasser», sagt Locher.

Der Trick zahlt sich aus

Fragt man bei grossen Getränkehändlern nach, widersprechen diese den Aussagen von Locher. Die Preisdifferenzen im Ankauf zwischen den einzelnen Süssgetränken sei sehr gering. Zudem sei Cola in Dosen auf die gleiche Menge sogar günstiger zu kaufen als in Pet-Flaschen.

Bei Coca Cola Schweiz hiess es gestern bei der Medienstelle bloss, dass jeder Verkäufer, in diesem Falle Elvetino, selber für die Preisgestaltung verantwortlich sei.

Aber warum verkauft Elvetino das Cola nicht in den 50cl-Pet-Flaschen und verlangt einfach einen höheren Preis? So würden die Kunden wenigstens auf den ersten Blick erfassen, dass Coca Cola massiv teuer ist als andere Getränke. Ende 2008 habe Coca Cola die Preise noch einmal erhöht, sagt Locher. Danach habe man von den 50cl-Flaschen auf die kleinen Dosen umgestellt. «Hätten wir nicht umgestellt, wären die 50cl-Cola-Flaschen viel teurer gewesen als unser restliches Angebot». Dies hätte, fürchtet Locher, Elvetino ein teures Preisimage gegeben. Erstaunlich ist, dass der Trick funktioniert: Seit der Umstellung von den 50cl-Flaschen auf die kleineren Dosen verkauft Elvetino genau gleich viele Cola-Einheiten wie zuvor, obschon der Gast fürs Geld viel weniger erhält.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 17.06.2009, 07:30 Uhr

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