Darf sich über das vierte Quartalsergebnis freuen: UBS-Chef Oswald Grübel.
Als Ergebnisstütze erwies sich in den letzten drei Monaten des Jahres einmal mehr das Vermögensverwaltungsgeschäft für reiche Kunden und das Schweizer Geschäft. Der Vorsteuergewinn der Division Wealth Managament & Swiss Bank stieg im Vergleich zum Vorquartal um 40 Prozent auf 1,1 Mrd. Franken. Übers ganze Jahr gesehen hat diese Division 3,9 Mrd. Franken zum UBS-Ergebnis beigetragen.
Die Vermögensverwaltung in Nord- und Südamerika (Wealth Managemnt Americas) steigerte ihren Quartalsgewinn im Vergleich zum Herbst sogar um 62 Prozent auf 178 Millionen Franken. Ingesamt schreibt die Division fürs ganze 2009 damit einen Vorsteuergewinn von 32 Millionen Franken.
Grübel optimistisch
Besser abgeschnitten als im Vorquartal hatte auch die Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden (Asset Management): Der Gewinn dieser Division stieg von 130 auf 284 Millionen Franken. Der Ertragsrückgang in diesem Geschäftsbereich habe durch einen tieferen Personalaufwand mehr als ausgeglichen werden können, so die UBS.
Die Grossbank führt das bessere Quartalsergebnis weiter insbesondere auf niedrigere Kosten, tiefere Wertberichtigungen für eigene Verbindlichkeiten und eine Steuergutschrift zurück. Konzernchef Oswald Grübel zeigte sich überzeugt, dass «mit der Rückkehr zur Profitabilität auch das Kundenvertrauen und unsere Reputation wieder steigen», wie er in der Mitteilung zitiert wird.
147,3 Milliarden abgezogen
Das Vertrauen der Kunden in das Zürcher Traditionshaus ist jedoch immer noch ein grosses Problem: Auf das ganze Jahr gesehen wurden Vermögen in Höhe von 147,3 Milliarden Franken abgezogen, davon allein 56,2 Milliarden Franken im vierten Quartal, wie die UBS am Dienstag bekannt gab.
Insgesamt verwaltete die UBS Ende 2009 Vermögen in der Höhe von 2,23 Billionen Franken. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Plus von 3 Prozent, im Vergleich zum Vorquartal ist es allerdings ein Minus von 1 Prozent.
Belastung durch Schuldtitel
Der operative Vorsteuergewinn für 2009 beträgt 1,4 Milliarden Franken. Die grösste Belastung mit 2 Milliarden Franken auf das Ergebnis seien Verluste auf eigenen Schuldtiteln wegen der wieder gestiegenen Kreditwürdigkeit, gab die UBS weiter bekannt. Negativ schlugen unter anderem der Verkauf der brasilianischen Bank Pactual und Restrukturierungskosten zu Buche.
Mit dem Resulat übertrifft die Bank, die seit knapp einem Jahr von Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger und Konzernchef Oswald Grübel geführt wird, die Vorhersagen der Analystengemeinde: Von der der Finanznachrichtenagentur AWP befragte Experten hatten 2,9 bis 3,9 Milliarden Franken Verlust vorausgesagt.
16 Prozent weniger Personal
Den fürs vergangene Jahr angekündigte Stellenabbau hat die UBS umgesetzt: Gemäss Communiqué vom Dienstag sank der Personalbestand im Laufe des Jahres um 16 Prozent und betrug Ende Jahr noch rund 65'000 Mitarbeiter.
Die Personalreduktion war Teil eines Kostensenkungs- und Effizienzprogrammes, durch welches sich die Fixkosten der Grossbank um 20,1 Milliarden Franken jährlich reduziert haben. Zielvorgabe waren Einsparungen von 20 Milliarden Franken.
(sam/sda/ddp)
Für Löhne (inklusive Boni) gab die UBS 2009 12,8 Milliarden Franken nach 12,2 Milliarden Franken im Vorjahr aus. Für variable Personalkosten wurden 2009 3 Milliarden Franken gebucht, nach 1,7 Milliarden Franken im Vorjahr.
Wegen der Langfristigkeit der Bonus-Zahlungen ist aber nicht bekannt, wieviel die UBS ausbezahlt: «Drei Milliarden Franken sind verbucht, aber das heisst nicht, dass die Angestellten auch genau diesen Betrag erhalten», sagte Finanzchef Cryan. Er machte auch keine Angaben dazu, ob ausser Konzernchef Oswald Grübel weitere hohe Führungskräfte der Bank auf ihre Boni verzichten werden.
«Die Boni wurden aber von der UBS bestimmt», sagte Cryan mit Blick auf das regulatorische Umfeld und die Finanzaufsichtsbehörde Finma. Da die Bundesbeteiligung an der UBS im vergangenen Sommer geendet hatte, kann die Finma bei den Boni-Zahlungen nicht mehr direkt mitbestimmen.
Wegen der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen zum Eigenkapital der Banken hat die Finma indirekt aber Einfluss auf die Boni-Zahlungen, da deren Betrag die Kapitalbasis tangiert. Finma-Sprecher Tobias Lux sagte der Nachrichtenagentur SDA, es habe entsprechend «Kontakte» mit der UBS gegeben.