Alleine im dritten Quartal waren bei der Grossbank netto 83,6 Mrd. Fr. abgeflossen. Davon entfielen 45,8 Mrd. Fr. auf die Vermögensverwaltung für Reiche, während im Schweizer Firmen- und Privatkundengeschäft 3,5 Mrd. Fr. abgezogen wurden. Die Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger (Asset Management) büsste 34,4 Mrd. Fr. ein. Damit musste die UBS von Januar bis Ende September Abflüsse von 140,2 Mrd. Fr. hinnehmen.
Krise dauert noch
Dank der Transaktion von Bund und Nationalbank hoffe man von der UBS-Seite her, die Kunden überzeugen zu können, «dass wir stark, widerstandsfähig und gut kapitalisiert sind», sagte Cryan. Aber die Märkte blieben generell schwierig. Wie lange das noch anhalten werde, sei schwer zu sagen.
Der globale Entschuldungsprozess dürfte noch einige Zeit dauern. Das äussere sich in Verkäufen von Investments. Seit dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman sei das Bewusstsein für das Risiko bei den Kunden grösser geworden. Die Kunden hätten begonnnen, ihre Risiken vermehrt zu verteilen. Im nächsten Jahr erwarte die UBS, wieder profitabel zu werden, sagte Cryan und bestätigte damit frühere Aussagen von Verwaltungsratspräsident Peter Kurer.
Aktien der UBS legen zu
Nachdem bei Bekanntgabe der Ergebnisse der UBS die Überraschungen ausgeblieben sind, notierten die Aktien bei Börsenauftakt praktisch auf dem Schlusskurs des Vorabends bei 19 Franken (+0,3 Prozent). Rund 45 Minuten später verzeichneten die UBS-Papiere dann aber ein bereits ein Plus von 2,8 Prozent und waren fast 19.50 Fr. wert. Damit stiegen die UBS-Aktien stärker als der Gesamtmarkt (SMI: +1,2 Prozent).
Das Resultat der Grossbank entspreche den Erwartungen, so ein Analyst der Bank Vontobel in einer ersten Reaktion. Er vertrat die Ansicht, dass die UBS am 16. Oktober, als die Unterstützung durch den Bund bekannt wurde, ihren Wendepunkt erreicht habe. Zwar bleibe das Umfeld schwierig, aber die Bank habe ihre Kostenbasis deutlich reduziert und werde im kommenden Jahr wieder die Gewinnzone erreichen.
(vin/sda/ap)