UBS zahlt zwei Milliarden Boni – trotz Staatshilfe

Aktualisiert am 25.01.2009
Die vom Staat unterstützte Grossbank fährt einen Jahresverlust von 20 Milliarden Franken ein. Trotzdem werden die UBS-Angestellten Bonus-Zahlungen in Milliardenhöhe erhalten.

Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hat den Antrag der UBS bezüglich Boni für das Jahr 2008 gutgeheissen, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Die Finma wird ihren Entscheid der Grossbank in den nächsten Tagen schriftlich mitteilen. UBS-Sprecher Andreas Kern bestätigt, dass die Finma Bonuszahlungen bei der Grossbank bewilligt habe. Aufgrund der 68-Milliarden-Franken-Hilfe durch die Eidgenossenschaft hat die Behörde ein Mitspracherecht.

Gemäss Recherchen der «SonntagsZeitung» beträgt die Bonussumme zwei Milliarden Franken, ursprünglich wollte die Bank über drei Milliarden vergüten. Die Boni werden bis Ende März in bar ausbezahlt. Der Finma-Verwaltungsrat muss noch formell zustimmen.

Staatshilfe fliesst nun als Boni zu den Mitarbeitern

2008 schüttete die UBS zehn Milliarden Boni aus. Im Oktober musste die Eidgenossenschaft der UBS sechs Milliarden Franken Kapital zuschiessen. Ein Teil der Staatshilfe fliesst nun in Form von Boni zu den 77'000 UBS-Mitarbeitern - pro Kopf im Schnitt 26'000 Franken, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Ebenfalls unter Aufsicht der Finma plant die UBS ein neues Bonusprogramm für höhere Kader. Es soll im zweiten Quartal eingeführt werden. Diese Boni würden nur ausgeschüttet, wenn die Bank profitabel arbeitet.

UBS-Spitze verzichtet auf Bonus

Bereits im November hatte die UBS bekannt gegeben, dass Verwaltungsratspräsident Peter Kurer und Konzernchef Marcel Rohner sowie die Geschäftsleitung für 2008 gar keine Boni erhalten sollen. Für das Jahr 2007 hatte die Grossbank über 10 Milliarden Franken für variable Lohnanteile ihrer Mitarbeiter aufgewendet.

(vin)

Erstellt: 24.01.2009, 23:48 Uhr

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