UBS-Banker kassieren 7 Milliarden Franken

Aktualisiert am 19.10.2008
Trotz Rettung durch den Staat wird die UBS im nächsten Frühling 7 Milliarden Franken Boni auszahlen. Das hat die Zeitung «Sonntag» in Erfahrung gebracht.

Der Bund schiesst bei der UBS 6 Milliarden Franken ein, die Nationalbank übernimmt faule UBS-Papiere für 60 Milliarden. Doch diese Staatshilfe hindert die Grossbank nicht daran, im nächsten Frühling 7 Milliarden Franken an Boni auszuzahlen. Dies bestätigen gegenüber der Zeitung «Sonntag» zwei verlässliche bankinterne Quellen. 7 Milliarden Franken, das entspricht durchschnittlich knapp 90'000 Franken pro UBS-Mitarbeiter (die Bank hat rund 80'000 Angestellte).

Verwaltungsratspräsident Peter Kurer und CEO Marcel Rohner verzichten auf ihren eigenen Bonus für dieses Jahr. Und sie machen Druck, damit auf allen Führungsebenen Mässigung geübt wird. Die beiden bestverdienenden UBS-Manager sind Roy Tapner, dem das Asiengeschäft unterstellt ist, sowie Ryan F. Primmer, der sinnigerweise die Gesellschaft mit den ausgelagerten Hypothekenpapieren leiten soll. Sie erhalten Boni in zweistelliger Millionenhöhe, wie Recherchen des «Sonntags »ergeben haben.

Zur Zahl von 7 Milliarden Franken will die Bank keine Stellung nehmen. Sprecherin Eveline Müller-Eichenberger sagt nur: «Es werden Boni gezahlt. Die Summe der Boni wird aber mit Sicherheit kleiner sein als im Vorjahr.» Damals waren es noch 12 Milliarden Franken – trotz Konzernverlust. Dazu wird es nicht wieder kommen. Müller: «Im Halbjahresbericht 2008 hatte die UBS angekündigt, die Lohnsumme um einen Drittel zu reduzieren. Im ersten Halbjahr 2008 nahmen die Personalkosten gegenüber dem ersten Halbjahr 2007 um 4,46 Milliarden Franken ab. Dieser Rückgang stammt von tieferen Rückstellungen für die leistungsorientierte Kompensation und von Stellenreduktionen.»

(mbr)

Erstellt: 19.10.2008, 06:42 Uhr

Weitere Artikel Wirtschaft