Nationalbankpräsident Roth verteidigt UBS-Boni

Aktualisiert am 29.01.2009
Jean-Pierre Roth, Präsident der SNB, äussert Verständnis für die Position der Finanzmarktaufsicht in der Frage der Bonuszahlungen bei der UBS. Sehr gute Leistungen müssten honoriert werden.

«Leistungen müssen honoriert werden», sagte SNB-Präsident Jean-Pierre Roth am Donnerstag an einer Veranstaltung des Open Forum am Rande des Davoser Weltwirtschaftsforums. Auch bei der UBS seien Leistungen erbracht worden, die es zu honorieren gelte. Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank sprach von einem normalen Ansatz, der rational und verständlich sei.

Auch der Genfer Privatbankier Iwan Pictet sprach sich für Bonuszahlungen aus, wenn Mitarbeiter die vorgegebenen Ziele erreicht hätten. Zum Fall UBS sagte er, kurzfristig gehe es darum, die Grossbank zu retten. Sie sei auf talentierte Mitarbeiter angewiesen, um die Probleme zu lösen. Danach gelte es mittel- und langfristige Fragen auch beim Salärsystem zu regeln.

Betriebswirtschaftlich nicht gerechtfertigt

Der St. Galler Universitätsprofessor für Wirtschaftsethik, Peter Ulrich, bezeichnete die Bonuszahlungen bei der UBS hingegen als falsch. Sie seien betriebswirtschaftlich nicht gerechtfertigt, ein Symptom der alten Mentalität der Bank und auch ein Zeichen der mangelnden Unabhängigkeit der FINMA. Mehr Transparenz vom Bundesrat forderte die liberale Genfer Nationalrätin Martine Brunschwig-Graf.

(vin/ap)

Erstellt: 29.01.2009, 15:40 Uhr

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