Börsen im Hoch: Wieder einmal dürfen sich Investoren und Anleger über Kursgewinne freuen. Bild: KEYSTONE/AP
An der Schweizer Börse legten die Aktien von UBS und CS zu Handelsbeginn knapp 10 Prozent zu. Der SMI startete mit über drei Prozent im Plus. Auch die anderen europäischen Handelsplätze legten markant zu.
Kräftige Deckungskäufe
Der Schritt der US-Regierung zeige, dass diese gewillt sei, die Probleme im Hypothekensektor anzugehen, sagte ein Händler.
«Nach der Verstaatlichung sind alle bullish», sagte ein anderer Schweizer Händler. «Heute ist ein erfreulicher Tag, das ist wie das Wetter draussen.» In vielen Werten kam es zu kräftigen Deckungskäufen.
Früher wäre besser gewesen
Für die Analysten der Privatbank Wegelin & Co. ist die Rettungsaktion der US-Regierung in einer ersten Phase ein Segen für die gebeutelten Kreditmärkte und deren Protagonisten. Der staatliche Rettungsring werde temporär helfen, das weitere Absinken vieler Finanzaktien zu verhindern. Allerdings gibt es auch Bedenken: Ein staatlicher Notfallplan suggeriere eben auch, dass die Dinge so ziemlich übel aussehen, gab Wegelin & Co. zu bedenken. Daher dürfte es nicht verwundern, «wenn nach der ersten Hurra- und Deckungskauf-Phase der Kater wieder einsetzt.»
«Die Aktion hat den Märkten Vertrauen geschenkt», sagte John Longo, Professor an der Rutgers Business School, der BBC in Singapur. «Es wäre noch besser gewesen, wenn (die US-Regierung) früher gehandelt hätte.»
Nicht von Dauer
Im späteren Handelsverlauf rechnen Händler allerdings mit abbröckelnden Kursen. Denn die zugrundeliegenden strukturellen Probleme seien mit dem Schritt der US-Regierung nicht gelöst. Die Massnahmen müssten zudem vom US-Steuerzahler finanziert werden. Dies dürfte die Konsumfreude bremsen. Zudem bestehe das Problem der Inflation weiterhin.
Bereits zuvor waren die Märkte in Asien mit Zugewinnen in die neue Woche gestartet. Der japanische Leitindex Nikkei stieg um mehr als 430 Punkte oder 3,6 Prozent auf 12'650 Punkte. Der Hang-Seng-Index in Hongkong legte um 4,6 Prozent zu, auch in Südkorea ging es an der Börse deutlich nach oben.
Ein Jahr in staatlicher Obhut
Die US-Regierung hatte am Wochenende die beiden grössten Baufinanzierer des Landes, Fannie Mae und Freddie Mac, wegen ihres drohenden Bankrotts in staatliche Obhut genommen. Damit solle noch grössere Unruhe auf den amerikanischen und den weltweiten Finanzmärkten vermieden werden, sagte Finanzminister Henry Paulson. Die beiden Unternehmen seien «so gross und so mit dem Finanzsystem verwoben, dass das Scheitern eines der beiden grosse Unruhe auf unseren Finanzmarkt hier und in der ganzen Welt auslösen würde», sagte Paulson. Die Institute sollten mindestens ein Jahr staatlich geführt werden.
(cpm/sda/ap)