Die UBS befürchtet auch im vierten Quartal dieses Jahres negative Auswirkungen auf die Kundenvermögen und auf die Erträge. Dies gab die grösste Schweizer Bank heute bekannt und bestätigte die bei der Bekanntgabe des staatlichen Rettungspakets am 16. Oktober gemachten Angaben zur Geschäftsentwicklung im dritten Quartal. Demnach erzielte die grösste Schweizer Bank nach vier Verlustquartalen in Folge erstmals wieder einen Gewinn von 296 Millionen Franken. Er kam unter anderem dank einem Gewinn aus der Bewertung von eigenen Krediten in der Höhe von 2,207 Milliarden Franken und einer Steuergutschrift von 913 Millionen Franken zu Stande.
83,6 Milliarden im dritten Quartal abgeflossen
In der Vermögensverwaltung kam es zu Abflüssen von 83,6 Milliarden Franken. Davon entfielen 45,8 Mrd. Fr. auf die Vermögensverwaltung für Reiche, während im Schweizer Firmen- und Privatkundengeschäft 3,5 Mrd. Fr. abgezogen wurden. Die Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger (Asset Management) büsste 34,4 Mrd. Fr. ein. Damit musste die UBS von Januar bis Ende September Abflüsse von 140,2 Mrd. Fr. hinnehmen. Im Vorjahreszeitraum waren ihr 125,1 Mrd. Fr. zugeflossen.
Im Ausblick erwartet die UBS, «dass sich die zu Beginn des vierten Quartals 2008 herrschenden Bedingungen weiterhin negativ auf die Kundenvermögen und damit auf ihre Erträge auswirken werden.» Die Bank will ihren Geschäftsaufwand nach Möglichkeit weiter reduzieren. Im dritten Quartal wurde der Personalaufwand im Vergleich zum Vorquartal um 13 Prozent gesenkt. Der Personalbestand sank um 1887 auf 79'565 Mitarbeitende.
UBS ernennt neuen Risikochef
Die von der Finanzkrise gebeutelte UBS wechselt den Risikochef mit sofortiger Wirkung aus, wie das Unternehmen heute bekannt gab. Philip Lofts ist zum neuen Group Chief Risk Officer und zum Mitglied der Konzernleitung ernannt worden. Er löst Joseph Scoby ab, der die Position des obersten Risikoverantwortlichen seit Oktober 2007 innehatte und nun in seine frühere Position als Global Head of Alternative and Quantitative Investments bei der UBS-Einheit Global Asset Management zurückkehrt. Scoby scheidet damit auch aus der Konzernleitung aus.
Er spielte laut Konzernchef Marcel Rohner in den vergangenen zwölf Monaten beim Abbau der Risikopositionen und der Erhöhung der Transparenz des Portefeuilles eine Schlüsselrolle. Der neue Chief Risk Officer war bisher Stellvertreter von Scoby und ist seit 20 Jahren für die UBS tätig.
(vin/sda/ap)