Sinnliche Komödien auf der Alm: Die Lederhosenfilme prägten die Erotikindustrie der 70er-Jahre. Bild: KEYSTONE/AP
Lederhosenfilme sind in Deutschland produzierte Softpornos, die sich im alpinen, ländlichen Milieu abspielen. Der Ausdruck dient im engeren Sinne als Sammelbegriff für deutsche und österreichische Erotikkomödien, welche hauptsächlich in den 1970er-Jahren gedreht wurden. Der erste Lederhosenfilm «Liebesgrüsse aus der Lederhose» von Franz Marischka wird ein überragender Erfolg und soll gar für einen Anstieg des Tourismus in Bayern gesorgt haben.
Heimliche Techtelmechtel
Der Film handelt vom Callboy Alfredo, der seinen Urlaub in den Bayerischen Bergen verbringt. Dort buhlen die Wirte der Lokale «Zum wilden Eber» und «Zum feurigen Stier» um liebeshungrige Touristinnen aus aller Welt. Alfredo lässt sich von einem der Kneipeninhaber anheuern. Während die Damen sodann alle auf ihre Kosten kommen, liefern sich die Wirte einen wilden Konkurrenzkampf um die beste Bewertung.
Das Missverhältnis zwischen der äusserlichen Sittsamkeit und der überbordenden Triebhaftigkeit der Hauptfiguren sorgt für die Komik der Lederhosenfilme. Das saubere Auftreten gegen aussen wird dem Verheimlichen von Liebesaffären gegenübergestellt. Die Lederhosenfilme konnten ihre Popularität bis heute aufrechterhalten.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )