Seit Jahren wird nach dem Nazigoldschatz gesucht: Taucher bei der Arbeit im Toplitzsee im Jahr 2000. Bild: KEYSTONE/AP
Der Amerikaner Norman Scott will endlich den Nazigoldschatz finden, den viele Expeditionsleiter vor ihm in einem österreichischen See gesucht haben. Der Schatz liegt im Toplitzsee in der Steiermark – so erzählt es die Legende. Der 77-jährige Scott versucht nun sein Glück mit einer 20-köpfigen Crew und einem U-Boot, wie der Online-Nachrichtendienst «Gomopa.net» berichtet.
Die Hoffnung, dass der geheimnisvolle Goldschatz aus der Nazizeit endlich gefunden wird, ist gross, weil Scott ein veritabler Coup gelang. Er erlangte Bekanntheit, weil er einst einen Schatz der Mayas in Mexiko gefunden hatte. An Scotts Expedition beteiligt sich auch der Tiroler Wolfgang Flach. Der Forscher sorgte für Aufsehen, weil es ihm gelungen war, das letzte im Krieg abgestürzte US-Kampfflugzeug aus dem Traunsee zu bergen.
Eine Zeitzeugin erinnert sich
Scott ist überzeugt, dass die Schatzsuche ein Erfolg wird. «Unsere Nachforschungen weisen definitiv daraufhin, dass der See zu einer Art Tresor wurde», sagt er im Gespräch mit dem Online-Nachrichtendienst «Gomopa.net». «Wir werden auch die Höhlen erkunden, die Wehrmachtstaucher damals in der Uferwand geschaffen und später mit einer abgesprengten Felswand verschlossen haben.» Vor der Expedition hat Scott mit einer 81-jährigen Bäuerin gesprochen – ihre Aussagen dürften wertvoll sein. Sie sei die einzige noch lebende Person, die beim Versenken des Goldschatzes in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs geholfen haben soll.
Die Schatzsuche ist ein Wettrennen gegen die Zeit: Scott und seiner Crew stehen rund drei Monate zur Verfügung. Die österreichische Regierung hat die Expedition bewilligt und dafür bis zum 15. Juli das absolute Tauchverbot im Toplitzsee aufgehoben. Gemäss dem Medienbericht handelt es sich um die letzte Erlaubnis für Tauchgänge im kleinen See im Salzkammergut.
Erste Funde: Falschgeldkisten
Der Goldschatz soll vom letzten Chef des Reichssicherheitshauptamts, SS-Obergruppenführer und Polizeigeneral Ernst Kaltenbrunner (1903-1946), im Toplitzsee versenkt worden sein. Gemäss der Legende handelt es sich um einen veritablen Schatz: 50 Kisten mit 2000 Kilogramm Goldbarren aus der Goldreserve des Dritten Reiches, 22 Kisten Skorzeny-Gold, 20 Kisten Goldmünzen aus deinem Tartarenschatz sowie fünf Kisten Kaltenbrunner Brillanten und 50 Kilo Feingold.
Die Legende vom Nazi-Goldschatz im Toplitzsee entstand wohl 1959, als ein Zeitungsreporter die ersten Falschgeldkisten ans Tageslicht brachte. Seither versuchten unzählige legale und illegale Expeditionen, den Schatz aus dem See zu heben. Dabei kam es auch schon zu tödlichen Unfällen.
(vin)