Supra-cool: Der Rap zum Teilchenbeschleuniger

Aktualisiert am 08.09.2008
Die 23-jährige Amerikanerin Kate McAlpine, Wissenschaftsautorin beim Cern, erklärt in ihrem «Large Hadron Rap» Higgs-Teilchen, Urknall, Dunkle Materie und die kommenden Experimente.

«Die Dinge, die er entdeckt, die knallen voll rein», singt McAlpine, die zugibt, dass «Rap und Physik kulturell meilenweit voneinander entfernt» sein. Aber «ich fand es amüsant, es zu versuchen, und sie zusammenzuwerfen», sagt sie. Das finden auch andere unterhaltsam: der Wissenschafts-Rap wurde bei YouTube bereits mehr als eine Million Mal angeklickt.

Auch Physiker mögen die unkonventionelle Vermittlung ihres Forschungsgebiets: «Wir lieben den Rap», sagt Cern-Sprecher James Gillies – zumal wissenschaftlich alles ganz korrekt dargestellt sei. Zunächst sei er ja skeptisch gewesen, als McAlpine mit ihrer Idee gekommen sei. «Aber als ich ihre früheren Wissenschafts-Raps sah und den Text, da war ich überzeugt.» Es sei die nahezu einmütige Meinung der Physiker, dass der Rap eine gelungene Sache sei.

Reime auf dem Weg zur Arbeit

McAlpine schrieb den Text auf ihrem 40-minütigen Weg zur Arbeit von Genf in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dann überredete sie einen Freund, die Beats unterzumischen, und andere Bekannte, mit ihr in den unterirdischen Tunneln und Höhlen zu tanzen, in denen die Experimente stattfinden werden.

«Wir hatten für einige Stellen eine besondere Aufsicht dabei», erzählt die 23-Jährige. Einige Verantwortliche seien «Rappern gegenüber höchst misstrauisch» gewesen. Sie überarbeitete ihren Text schliesslich im Michigan State's National Superconducting Cyclotron Laboratory, wo sie vor früher gearbeitet hat, und stellte ihn ins Internet.

(raa/ap)

Erstellt: 08.09.2008, 12:36 Uhr

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