Weil er als Delikatesse gilt ist er vom Aussterben bedroht: Der Glattrochen.
Der Glattrochen besitzt einen stark abgeplatteten Körper und grosse Brustflossen, die mit dem Kopf verwachsen sind. Auf dem Rücken und auf dem Schwanz besitzt er eine Reihe kleiner Stachel. Der Schwanz ist meist peitschenartig ausgezogen. Das Maul befindet sich auf der abgeflachten, Unterseite. Es ist besetzt mit mehreren Reihen kleiner Zähne.
Klassifikationsfehler
Französische Meeresbiologen zeigen nun in einer Studie, dass unter dieser Spezies aufgrund eines Klassifikationsfehlers irrtümlich zwei Rochenarten geführt werden. Beide sind bedroht, aber die Grössere steht demnach durch die Überfischung unmittelbar vor dem Aussterben.
Die neue Einordnung erklärt eine Eigentümlichkeit des Glattrochens. Dieser erreicht gemäss der alten Taxonomie gewöhnlich eine Länge bis 1,40 Meter, wobei auffiel, dass manche Exemplare fast doppelt so gross wurden. Dabei handele es sich um verschiedene Arten, schreiben die Wissenschaftler der Meeresbiologischen Station Concarneau im Fachblatt «Aquatic Conservation»: Den kleineren Dipturus flossada und den grösseren Dipturus intermedia, der besonders stark bedroht sei.
Experten mahnen
Die Forscher begründen ihre neue Klassifikation mit zahlreichen Details zu Grösse, Körperbau, Farbe und Entwicklung. Ohne Prüfung und Anerkennung ihres eigenen Status könne die grössere Rochenvariante in naher Zukunft ausgestorben sein, mahnen die Experten.
Glattrochen besiedelten ursprünglich weite Teile der europäischen Atlantikküste inklusive Ärmelkanal, Nordsee und westlicher Ostsee. Das Fleisch der Tiere gilt als sehr schmackhaft. 60 Prozent der dokumentierten Fänge gehen auf das Konto französischer Fischer.
Mehr als 500 Arten
Die ältesten eindeutig zu den Rochen zählenden Fossilien aus dem Jura gleichen weitgehend heutigen Geigenrochen, denen man ihre Abstammung vom Hai noch am nur schwach abgeplatteten Körperbau und der grossen Schwanzflosse anmerkt. In der anschliessenden Kreidezeit bevölkerten bereits Vertreter aller anderen heute existierenden Rochenordnungen die Meere.
Mit mehr als 500 bekannten Arten übertreffen die Rochen sogar die Vielfalt der Haie. Rund die Hälfte davon zählen wie Glatt- und Nagelrochen zu den relativ urtümlichen «echten» Rochen. Sie legen Eier und ernähren sich hauptsächlich von kleinen Fischen und Krebstieren.
(etr/ap)
Die Jurazeit begann vor etwa 199,6 Millionen Jahren und endete vor etwa 145,5 Millionen Jahren, Die Kreidezeit begann mit dem Ende der Jurazeit und endete vor etwa 65,5 Millionen Jahren.