Für 2008 erwarteten die Wissenschaftler eigentlich den Beginn einer heissen Phase. Stattdessen blieb die Sonne schläfrig. Seit 100 Jahren wurde nicht mehr eine solch geringe Sonnenaktivität beobachtet.
Die Sonne wird uns nicht helfen
Professor Louise Hara von der Universität in London hat keine Ahnung, warum die Sonne so inaktiv sei, oder wann sich das wieder ändern werde, sagte sie gegenüber «BBC News».
In der Mitte des 17. Jahrhunderts ging ein ruhiger Zustand der Sonne auf der Erde mit einer kleinen Eiszeit einher.
Diese Erkenntnis lässt viele denken, eine sich abkühlende Sonne könnte die Klimaerwärmung abschwächen. Doch Professor Mike Lockwood von der Universität in Southampton verwirft diese These: «Diese Sicht ist viel zu einfach.»
Und weiter: «Ich wünschte, die Sonne käme uns zu Hilfe, aber leider zeigen die Daten, dass dies nicht der Fall sein wird.» Denn: Seit 1985 nimmt die Sonnenaktivität ab und trotzdem ist seit dieser Zeit die globale Temperatur ständig gestiegen.
«Das ist sehr aufregend»
Lockwood glaubt, die Sonne werde noch einige Dekaden ermattet sein. Denn neben dem 11-Jahres-Zyklus, gebe es noch eine Periode, die einem viel grösseren Zeitrahmen unterliegt. Doch niemand weiss, wie dieser Langzeit-Zyklus genau funktioniert.
Astronomen wollen das jetzt aber herausfinden. Und die Wissenschaftler freuen sich darauf. So meint Richard Harrison vom Rutherford Appleton Laboratory: «Das ist sehr aufregend, weil wir bis heute noch nie so etwas gesehen haben. Wir studieren die minimale Aktivität der Sonne mit Teleskopen in einer Art, wie es in der Vergangenheit nicht möglich gewesen wäre.»
(bru)