König der Alpen: Bartgeier stirbt wegen Giftköder für Wolf

Aktualisiert am 26.02.2009
Die Wiederansiedlungsversuche des Bartgeiers in den Alpen scheinen Erfolg zu haben. Doch auf die Population kommt ein neues Problem zu.
Sterben mehr als sechs pro Jahr, ist die Population gefährdet: Bartgeier. Bild: KEYSTONE/AP

Nach 23 Jahren, in denen jährlich zwei bis zehn junge Bartgeier ausgewildert wurden, reicht der natürliche Bruterfolg der bestehenden Population für ein weiteres Anwachsen des Bestands aus, wie die Vogelwarte Sempach am Donnerstag mitteilte. Gleichwohl zeigten die Auswertungen des internationalen Bartgeiermonitorings durch Forscher der Universität Bern und der Vogelwarte Sempach, dass die Population sehr empfindlich reagiere, wenn die Sterblichkeit des Königs unter den Alpenvögel auch nur wenig zunehme. Derzeit sterben - ausgehend von einer Zahl von 100 Bartgeiern - jährlich vier Individuen. Laut den Forschern könnte aber bereits eine Sterberate von sechs Individuen durch den Bruterfolg nicht mehr ausgeglichen werden.

Dass die Sterberate zunehmen wird, sei leider realistisch; einerseits wegen dem befürchteten zunehmenden Einsatz von Giftködern gegen den Wolf, die sich auch der neugierige Vogel gerne kralle, und andererseits wegen dem zunehmenden Bau von Windkraftwerken, an deren Rotoren viele grosse Vögel umkommen würden. Um die Wiederansiedlung des Bartgeiers nicht zu gefährden, sei deshalb eine gute Standortevaluation dieser Anlagen unabdingbar, so die Vogelwarte Sempach.

(sam/ap)

Erstellt: 26.02.2009, 10:17 Uhr

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