Chemische Fabrik in Uetikon: Hier sollen neue Industriebauten entstehen. Bild: Beat Marti
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Chemische Fabrik, Uetikon: Wo im 19. Jahrhundert noch See war, da steht heute auf aufgeschüttetem Land die chemische Fabrik. Sie wäre durch eine Wohnsiedlung ersetzt worden, wäre es nach der Besitzerin CU und der Gemeinde gegangen. Die Stimmbürger erteilten dem Gestaltungsplan aber eine Abfuhr; sie wünschen sich einen Park. Doch die CU plant nun Gewerbe- und Industriebauten. Dafür braucht es keine Abstimmung, denn das Land ist entsprechend eingezont. Trotzdem regt sich Widerstand. Damit die Fabrik damals gebaut werden durfte, brauchte es eine Konzession. Laut dieser gehört das aufgeschüttete Land dem Kanton und muss zurückgegeben werden, wenn es nicht mehr bestimmungsgemäss genutzt wird. Der Kanton ist allerdings der Ansicht, dass diese Klausel nicht mehr gilt.
Buchten Nuolen, Wangen SZ: Obwohl die beiden Buchten nach purer Natur aussehen, sind sie vom Menschen gemacht. Hier war einst Land. Zwischen 1920 und 1933 baggerten die Firmen Kibag und Steinfabrik das Uferland aus, um dort Kies zu waschen, das sie in der Nähe abbauten. Jetzt will die Kibag das einstige Land wieder aufschütten und eine riesige Wohnsiedlung errichten. 2004 hat die Gemeinde dafür einen 600 Meter breiten Streifen eingezont, der bis zu 60 Meter in den See ragt. Derzeit liegt der Gestaltungsplan beim Kanton Schwyz. Ob er bewilligt werden darf, ist unklar, denn Seeaufschüttungen sind in der Schweiz verboten. Die Frage ist aber, ob das, was erst seit 66 Jahren See ist, rechtlich noch als Land gilt. Sicher ist, dass es Einsprachen gäbe, wenn der Gestaltungsplan bewilligt würde.
Bietenholz-Areal, Pfäffikon: 25 Jahre stritten die Pfäffiker um dieses 4500 Quadratmeter grosse Stück Land. Einst stand hier eine Schreinerei. Die Besitzerfamilie hätte das Areal gern mit Wohnungen überbaut. Der Gemeinderat unterstützte das Ansinnen: Er hoffte auf gute Steuerzahler. Die Stimmbürger aber durchkreuzten diese Pläne. In mehreren Abstimmungen zwangen sie die Gemeinde dazu, das Areal für 3,8 Millionen Franken zu kaufen und einen Teil in einen Park zu verwandeln - obwohl der Gemeinderat stets betonte, das könne sich Pfäffikon nicht leisten. Seit Oktober 2007 steht der Park nun der Bevölkerung offen. Mittlerweile ist auch der Gemeinderat von den Vorzügen überzeugt. Zumal der Park wesentlich günstiger kam als budgetiert, weil das übrige Land zu einem viel besseren Preis als erwartet verkauft werden konnte.
Ziegelhof, Schmerikon SG: Im 19. Jahrhundert wurde die Ziegelei gebaut, ab 1929 diente sie als Werk- und Hafenplatz für die Baufirma JMS. Seit fünf Jahren ist nur noch der Hafen in Betrieb. Was mit dem Areal nun passieren soll, darüber scheiden sich die Geister. JMS wollte darauf Wohnungen und Einfamilienhäuser erstellen, scheiterte mit einem Gestaltungsplan aber am 8. März an den Stimmbürgern. Seither ist die Situation blockiert. Die Gruppierung Zukunft Schmerikon will das Gelände für einen Park nutzen und pocht auf die Einhaltung einer Klausel aus einem 1953 abgeschlossenen Vertrag. Darin sicherte sich der Kanton St. Gallen ein Rückkaufsrecht für das Gelände zum Preis von einem Franken pro Quadratmeter zu. Die Kantonsregierung ist allerdings nicht bereit, das Areal zu kaufen.
Steinfabrik, Freienbach SZ: Am 26. November 2006 erteilten die Stimmbürger dem Freienbacher Gemeinderat und der Korporation Pfäffikon eine schallende Ohrfeige. Sie hiessen eine Volksinitiative gut, die verlangt, dass das 51 500 Quadratmeter grosse Steinfabrik-Areal im Ortsteil Pfäffikon als Park genutzt werden muss. Die Korporation wollte hier Wohnungen bauen; sie hatte das Areal zu dem Zweck 1995 für 40 Millionen Franken erworben. Nun müsste der Gemeinderat den Stimmbürgern ein Projekt sowie einen Kredit für den Park vorlegen. Der Gemeinderat aber ziert sich: Er hat eine Vorlage ausgearbeitet, die nur einen kleinen Teil des Areals als Park vorsieht. Der Rest würde überbaut. Dagegen ist eine Beschwerde hängig. Bis die Vorlage vors Volk kommt, dürfte es noch Monate dauern.
(Tages-Anzeiger)