Ferien sind eine Belastung für Paare – das spüren die Scheidungsanwälte im Sommer. Beliebt ist die Scheidung per Internet. Als einziger Schweizer Anwalt betreibt Roger Groner eine Website, auf der Paare ihr künftiges Sololeben einleiten können. Die Site boomt: «Wir haben im Sommer über 50 Prozent mehr Klienten», sagt Groner.
1000 statt 2500 Franken
Die Statistik gibt Groner Recht: Im August und September, nach Ablauf der zweimonatigen Bedenkfrist, ist die Anzahl der Scheidungen teils doppelt so hoch wie in anderen Monaten. Das Bundesamt für Statistik registrierte im September 2008 gut 2500 Scheidungen – im Juli nur gut 1000.
Sind sich die Ehepartner einig über Geld und Sorgerecht, lässt sich die Online-Scheidung nicht nur per Smartphone vom Strand aus einleiten, sondern vor allem günstig: Anwalt Groner wirbt mit einer Pauschale von 1000 Franken. Die Konkurrenz verlangt im Schnitt rund 2500 Franken.
Fragwürdige Tendenz
Dem Schweizerischen Anwaltsverband (SAV) passt das gar nicht: «Diese Tendenz beurteilen wir als eher fragwürdig», sagt SAV-Vorstandsmitglied Michael Hüppi. Persönliche Beratung durch einen Anwalt erachte sein Verband besonders bei komplexen Scheidungen als wichtig.
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