Schwarzfahrer, aufgepasst! Die SBB verstärken ihre Kontrollen

Von Thomas Schenk. Aktualisiert am 26.03.2009
Computerfahndung genügt den SBB nicht im Kampf gegen die Schwarzfahrer. Sie wollen die viel befahrenen Strecken häufiger kontrollieren. Auf den S-Bahnen rund um Zürich kommen mehr Kontrolleure zum Einsatz.
topelement S-Bahn: Mehr Kontrollen auf viel befahrenen Strecken.
Seit Anfang Februar testen die SBB ein neues Instrument, um den Einsatz ihrer 400 Kontrolleure besser zu steuern. Auch bei der Zürcher S-Bahn. Erste Auswertungen liegen bereits vor. Notorische Schwarzfahrer sollten sie sich merken: «In den Knoten, also den vielbefahrenen Strecken rund um die Zentren, brauchen wir mehr Kontrollen», erklärt Roman Knecht von den SBB, Leiter der Abteilung Einnahmensicherung.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Knecht steht einem 30-köpfigen Team vor, bei dem sämtliche Informationen über Schwarzfahrer zusammenlaufen. Sein neustes Projekt heisst «Wibik» (Wirkung Billettkontrolle). Damit soll erreicht werden, «dass unser Kontrollpersonal am richtigen Ort eingesetzt wird», sagt Knecht. Im Herbst wird das neue System in der ganzen Schweiz eingesetzt. Es erlaubt den SBB, den Kontrollgrad zu optimieren. Diese Kennzahl gibt an, wie viele Fahrgäste auf einem bestimmten Abschnitt tatsächlich kontrolliert werden.

Von der Änderung betroffen sind vor allem stark frequentierte Strecken und damit auch die S-Bahn rund um Zürich. Da die Zahl der Kontrolleure nicht erhöht wird, heisst das umgekehrt: Schwarzfahrer auf wenig genutzten Abschnitten müssen seltener mit Kontrollen rechnen.

Die SBB haben mit dieser Intensivierung weniger die Pendler im Visier. Wer häufig fährt, das haben Untersuchungen des ZVV ergeben, wird mit den heutigen Kontrollen bereits ausreichend erfasst. Das Problem sind die Gelegenheitsfahrer. «Wer nur ab und zu fährt, hat heute das Gefühl, zu wenig kontrolliert zu werden», sagt Roman Knecht von den SBB. «Das dämpft die Neigung, ein Ticket zu lösen. Diese Einnahmenausfälle können wir uns nicht leisten.»

( Tagesanzeiger.ch/Newsnetz )

Erstellt: 26.03.2009, 14:45 Uhr

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