S-Bahn: Mehr Kontrollen auf viel befahrenen Strecken.
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Knecht steht einem 30-köpfigen Team vor, bei dem sämtliche Informationen über Schwarzfahrer zusammenlaufen. Sein neustes Projekt heisst «Wibik» (Wirkung Billettkontrolle). Damit soll erreicht werden, «dass unser Kontrollpersonal am richtigen Ort eingesetzt wird», sagt Knecht. Im Herbst wird das neue System in der ganzen Schweiz eingesetzt. Es erlaubt den SBB, den Kontrollgrad zu optimieren. Diese Kennzahl gibt an, wie viele Fahrgäste auf einem bestimmten Abschnitt tatsächlich kontrolliert werden.
Von der Änderung betroffen sind vor allem stark frequentierte Strecken und damit auch die S-Bahn rund um Zürich. Da die Zahl der Kontrolleure nicht erhöht wird, heisst das umgekehrt: Schwarzfahrer auf wenig genutzten Abschnitten müssen seltener mit Kontrollen rechnen.
Die SBB haben mit dieser Intensivierung weniger die Pendler im Visier. Wer häufig fährt, das haben Untersuchungen des ZVV ergeben, wird mit den heutigen Kontrollen bereits ausreichend erfasst. Das Problem sind die Gelegenheitsfahrer. «Wer nur ab und zu fährt, hat heute das Gefühl, zu wenig kontrolliert zu werden», sagt Roman Knecht von den SBB. «Das dämpft die Neigung, ein Ticket zu lösen. Diese Einnahmenausfälle können wir uns nicht leisten.»
( Tagesanzeiger.ch/Newsnetz )